Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1960) (Pécs, 1961)

Bökönyi Sándor: A lengyel kultúra gerinces faunája. I.

Á LËNGYELÎ KULTÚRA GERINCES FAUNÁJA Ц§ Da das aufzuarbeitende Knochenimaterial aus Küchenabfall besteht, können wir nicht erwarten, und finden auch tatsächlich keine ,ganzen Skelette oder Schädel — ausgenommen Hundeschädel — darin, sondern nur mit dem Fleisch gleichzeitig transchierte Skelett-Teile. Wie gründlich dieses Transchieren war, Ibeweist, dass wir im Material beider Fundorte, unter annähernd 2ЮО0 St. Kno­chen nicht einen einzigen in seiner ganzen Länge übriggebliebenen von Hausrind oder von Ur - (also von Grosstieren stammenden) -Knochen fanden. Auch unter den Hirschknochen fand sich bloss ein einziger dieser Art; die übrigen Knochen waren alle zu Stücken gebrochen,, urn das Knochenmark aus ihnen zu gewinnen. Ganze Knochen finden wir sogar unter den Knochen der Kleintieren (Schaf, Ziege, Schwein, Reh) nur selten, auch diese in Stücke gebrochen (dies zeugt nebenbei von der Unkenntnis der Bevölkerung, da die Tiere nicht in den Gelenken transchiert wurden). Auch die Man­dibulen der Wildschweine wurden zerbrochen, um die Hauer gewinnen zu können, die sie dann gespalten oder geschliffen als Schmuck oder als Staimmesabzeichen trugen. 9 An sehr vielen Knochen sind die Spuren des Schmitzens und Schleifern zu sehen; dies sind unfertige Geräte. Im Gegensatz zu den zerbrochenen Knochen der Glied'massen und Schädel sind die Hornzapfen — zur grossen Freude und zum Nutzen des Zoologen — in recht gutem Zustand. Diese kamen an den Fundorten im Verhältnis zu den Knochen in recht grosser Zahl zum Vorschein; vielleicht stehen Zengővárkony und Pécsvárad von allen heimischen archeolo­gischen Fundorten am günstigsten in dieser Beizie­hung <was natürlich auch der Tatsache zugeschrie­ben werden kann, dass in der ersten Zeit der Ausgrabungen ein ausgewähltes Knochenmaterial eingebracht wurde). Der Grund des unversehrten Zustandes der Hornzapfen ist, dass sie mit dem Schädelscheitel zusammen abgehackt wurden, als man die Schädelhöhle, um das Hirn daraus ge­winnen, öffnete. Da diese aber nicht gekocht wer­den konnten, wurden sie teilweise weggeworfen; es ist aber auch ihre trophäenartige Anwendung verstellbar, worauf ein in einem Hornzapfen ge­bohrtes Loch hinweist. Die Knochen sind also mit wenigen Ausnah­men alle aufgebrochen, sind aber davon abgesehen gut erhalten: sie sind hart, glatt, nicht verfallen (gute Bodenverhältnisse!), sie weisen nur wenige Spuren zeitgenossischer Verletzungen auf, eben sio sind die Spuren des Kauens von Hunden an ihnen nur wenig sichtbar. Bei der Bestimmung der Knochen erwuchsen uns in drei Richtungen besondere Probleme: 1. Die Absonderung der Knochen der Haustiere und ihrer wilden Ahnen, !2. die genaue Bestimmung der Ur­Knochen und ihre Trennung von den Wisent­Knochen ,3. die Trennung der Knochen der Schafe und Ziegen. Die erste Frage ergab sich in den Fällen des Hausrindes und des Schweines, diese waren näm­lich die Tierarten, deren wilde Ahnen, der Ur und das Wildschwein, neben ihrer zahmen, auch in wilder Form in der Fauna der beiden Fundorte vorkamen. Die Absonderung geschah hier der Grösse nach, da sich zu Beginn der Domestikation starke Verminderung der Grösse einstellte, die Knochen der Hau stiere also bedeutend kleiner als die ihrer wilden Ahnen sind, Die Frage war aber nicht immer so einfach, da die Grenzen der Grössen­ordnungen oft ineinanderfliessen, eine Tatsache, die eine Folge der am Fundort erfolgten Domesti­kation und der Kreuzung der domestizierten mit den wilden Formen war. In solchen Fällen muss­ten wir auch das Gewicht der Knochen, die Stärke der Knochenwände, die Entwicklung der Flächen der Muskelhaftung usw. in Betracht ziehen,, um bei den einzelnen Knochen zu entscheiden, ob sie von einem Haustier oder einem wilden Tier stammen. Derartige Schwierrigkeiten fanden wir z. B. bei der Absonderung der Knochen der Ur-Kühe und der domestizierten Stiere, wo oft sogar die Rich­tung der Hörner identisch ist, da es sich hier um ganz primitive Haustiere handelt. Doch weisen auch die Extremitäten-Knochen keine starken Abwei­chungen auf, in Anbetracht der Tatsache, dass auf der primitiven Stufe der Viehzucht die Lebensbe­dingungen der Haustiere und der Wildtiere oft sehr ähnlich waren. Bei der Entscheidung der Frage ob die hier zum Vorschein gelangten wilden Boviden-Knochen vom Ur oder vorn Wiesent stammen, können wir uns in erster Reihe auf Arbeiten Schertzs, Lehmanns, und Bibikovas stützen. Wir glauben, dass die sicher­ste Art der Absonderung — abgesehen vom Schädel und Hornzapfen — auf Grund der Gestalt des Astragalus_ und der Metapodien möglich ist, was wir in Bezug auf die Metapodien an mehr als hundert Wisent-Skeletten der Sammlungen ver­schiedener europäischer Museen sselbst kontrollier­ten. Auf Grund der oben genannten Absonderungs­verfahren konnten wir aus den zwei Fundorten bloss Ur-Knochen aufzeigen; die Knochen des Wisents — wie an Fundorten dieses Zeitalters in Mittel-, Süd- und Westeuropas üblich — fehlen. Unser drittes, gleichzeitig schwierigstes Prob­lem bei der Bestimmung der Knochen der Fun­dorte war die Trennung der Knochen der Schafe und Ziegen voneinander. Die 'Knochen dieser bei­den, der Systematik nach einander sehr nahe ste­henden Arten sind nämlich ausserordentlich ähn­lich. Mit ihrer Absonderung beschäftligten sich zahlreiche Verfasser, aus deren Reihe wir uns mit denjenigen, die ihre Untersuchungen nur auf den Unterschied von 1—>2 Knochen ausgebreitet hatten, nicht befassen wollen, wir müssen aber die Na­men von Cornevin und Lesbre, Bwtzler und Gro­mova, nennen, als solche, die ihre Beobachtungen auf das ganze Skelett ausdehnten und im wesentlichen für jeden einzelnem Knochen des Skeletts trach­teten, Unterschiede zwischen den beiden Arten fest­zustellen, Leider müssen wir aber feststellen, dass ihre Arbeit nicht das Ergebnis brachte, das die Verfasser selbst von ihr erwarteten, und dass diese Unterschiede an den meisten Knochen bloss scheinbare sind, da die Grenzen wegen der Un­mänge der individuellen Variation zusammen­fliessen und desshallb wir selbst — und wie es scheint, mit uns zusamimem die meisten Zoologen des Fachgebietes — den Schädel und den Ge­weihzapfen ausgenommen, nur im Falle der Meta­podien und vielleicht des Radius die Absonderung der beiden Arten für sicher halten. In einigen un­serer vorangehenden Arbeiten waren wir selbst noch der Meinung, dass die meisten Knochen des Schafes und der Ziege abgesondert werden können, jetzt aber, nach der Durchsicht des reichen Mate­rials mussten wir zur oben geäusserten Feststellung 9 J. F. Múzeum

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