Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1956) (Pécs, 1956)

Dombay János: A domolospusztai gót sírlelet

128 JÁNOS . DÓMBA Y in Pannonién sehr beliebten Truhenbeschläge hergestellt, auf welchen oft auch Masken zu sehen waren. 00 Entlang der Grenze (limes) waren die mit Keilschnitt­Technik verfertigten Schnallen und andere Gürtelbestandteile, 67 charakteris­tische Produkte der spätrömischen Werkstätten. Andere Forscher kamen auch zu diesem Ergebnis. Nach der Ansicht J. Werners stammte, die im gotischen Gebiet der Krim, auf den Adlerfibeln auftretende spiralenförmige Rankenver­zierung, aus dem Gebrauch der provinziellen, römischen Werkstätten der Donaugegend und kam von hier nach Südrusslaind. 68 Die Meinung G. Behren's, nach der die spätrömischen Keilschnitt-Schnallen von germanischen Soldaten getragen wurden, unterstützt unter anderen, dass die Keilschnitt-Verzierung, allem Anschein nach, zuerst auf Schnallen auftrat und erst später auf Fibeln zur Anwendung gelangte. Davon zeugt auch der Fund von Mezőkászony und Tiszalök, auf dessen Schnallen die Keilschnitt-, und Rankenverzierung mit Pla'ttenfibeln gemeinsam vorkommt. 69 Die gezeigten pannonischen Fibeln und Schnallen zeugen davon, dass das germanische Volk, welches sie trug, sich bereits innerhalb der Grenzen des Reiches befand und die hier tätigen Werkstätten auch für sie arbeiteten. Zur Bestimmung des Alters der Denkmäler gab der aus dem Jahre 443 stammende kaumbenütztes Solidus, Kaiser Theodosius IL, aus dem Fund von Bácsordas, die Grundlage. 70 ** Der • Schnalle von Domolospuszta am nächsten steht die, des Fundes von Bácsordas, deshalb schätzen wir das Alter der Erstgenannten und mit ihr den ganzen Fund von Domolospuszta auf die Jahre nach 443. Da in ihrer Zeit in Pannonién nur von Ostgotön die Rede sein kann, diese aber Pannonién im Jahre 471 verhessen, 71 können wir die Vergrabung des Fundes auf keinen späteren Zeitpunkt tun-. Nils Äberg setzt die Zeitgrenze der Plattenfibeln, ihre ältere und jüngere Variation, auf die Jahre um 400 herum. Das Alter der jüngeren Plattenfibeln setzt er auf die erste Hälfte des V. Jahrhunderts, und bemerkt, dass diese Typen •ilie Mitte des V. Jahrhunderts erreichen, ja sie sogar überschreiten können. Die Plattenfibeln, vielleicht gegossene Keilschnittfibeln setzt er auf die Mitte des V, Jahrhunderts, die gegossenen, rankenverzierten, mit Tierköpfen und (Stein) eingelegten runden Zellen verzierten aber auf das Ende- des V. Jahrhunderts. 72 Beninger setzt die Keilschnitt- Schnalle von Székelyi, auf den Anfang des V. Jahrhunderts, und den Fund von Mezőkászony auf das zweite Viertel des V. Jahrhunderts, den Fund von Gava aber, der mit unserem Fund von Domolos­puszta nah verwandt ist, setzt er auf das Ende des V. Jahrhunderts. 73 Im Zusammenhang mit unserem Fund von Domolospuszta erwähnten wir oben die Ostgoten. Áberg hält die Denkmalgruppe, in die auch unser Fund von 66 Radnóti A., Manuskript. (Intercisa Band IL) unter Druck, wo er die Frage ausführlich behandelt. 7 G. Behrens, z. W., T. 29—32, A.-É. X. (1890.) S. 236. J. Harnpel, Altertbümer . . . III., T; 46. 1. c& J. Werner, Slawische Bügelfibeln des 7. Jahrhunderts. Reinecke-Festschrift, Mainz, 1950, S. 164. G. Behrens, Stelle des Zitates 285. u. w. S. e!) L. Kovrig I.. z. W. S. 117. T. XLIII. 3. T. XLIV. 70 L. Huszár, Acta Arch. Hung. .5. (1955). 61—109. 71 H. Reinhert, z. W. S. 1204. 72 N. Aberg, Die Franken und Westgoten ..., S. 55—56*. 73 L. Kovrig I., z. W., S. 117.

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