Solymos Ede (szerk.): Studien zur europäischen Traditionellen Fischerei - Bajai dolgozatok 3. (Baja, 1976)

Gaál, Károly: Der Stand und die Zielsetzung der Fischerei-Forschung in Österreich

Der Stand und die Zielsetzung der Fischerei-Forschungin Österreich KÁROLY GAÁL WIEN Vorausschickend sei gesagt, dass ich meinen Beitrag als eine Berichter­stattung vorlege. Von Forschungsergebnissen wird nur andeutungsweise an entsprechenden Stellen die Rede sein. Mir erscheint es vorrangig, über den Forschungsstand in Österreich zu informieren bzw. darüber, auf welchem Stand sich die österreichische Forschung zur traditionellen Fischerei leider nicht befindet. In der Folge werde ich also darlegen, wie wir in Österreich die zukünftige Arbeit systematisch aufbauen wollen. Zunächst möchte ich auf das „Fischerei-Buch” von Kaiser Maximilian hinweisen1, welches auf Bestellung des Kaisers im Jahre 1504 angefertigt worden ist. Mit wenig erklärendem Text wurden in diesem Buch alle Fische­reiarten in Tirol zu Ende des 15. Jahrhunderts bildlich dargestellt. Warum ich dieses Werk erwähne ? Ich bin davon überzeugt, dass der Beruf die Beschäftigungsarten, die unmittelbar die Erhaltung des menschlichen Lebens sichern, eine gemeinsame Kultur schaffen und die Menschen gleic­her Berufsgruppe in ihrer Kultur überregional verbinden2. Das gilt auch für die Fischerei. Unabhängig von der geographischen Lage, den verschiedenen Wasser­verhältnissen und Fischarten, von Marktverhältnissen und politischen Ge­bilden, binden gewisse Grunderscheinungen in der Fischerkultur die Men­schen in ihrer Betätigung als Fischer überregional und übernational zu­sammen. Daraus folgt, dass wir die Fischerei — als eine übernationale Erscheinung zu betrachten haben. Die Unterschiede in der Fangtechnik und der jeweiligen Arbeitsorganisation müssen unter Berücksichtigung der vorhin erwähnten Faktoren vergleichsweise erfasst werden. Die Verglei­chende Grundlagenforschung würde die Hypothese über die Berufskultur 1 KAISER MAXIMILIAN, 1905 2 WEISS 95

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