Solymos Ede (szerk.): Studien zur europäischen Traditionellen Fischerei - Bajai dolgozatok 3. (Baja, 1976)

Luts, Arved: Über die Erforschung des volkstümlichen Fischfangs in Estland

denen Ursachen die Fischerei bei den Russen stärker entwickelt war, über­wiegt das russisch- ethnische Element in jenen Gegenden, wo die Fischerei vorherrschte und wo die Bewohner keine festen Bindungen zu Ackerbau­gebieten hatten, z. B. an der Nordküste des Peipussee. In MOORAS Arbeit, in der neben ethnographischem Material auch zahlreiche Archivalien und sogar archäologische Angaben ausgewertet wurden, erfuhren die estnisch­russischen Kulturbeziehungen auf dem Gebiet der Fischerei eine solide historische Fundierung. Es sind jene Beziehungen, bei MANNINEN und RÄNK als erste hervorgehoben und vorläufig zu deuten versucht hatten. Die Meeresfischerei hat V. KALITS in ihrer monographischen Untersu­chung der Erwerbszweige auf der Insel Kihnu behandelt. Der 1959 veröffent­lichte Beitrag gibt — auf von der Verfasserin bei Terrainarbeiten gesammel­ten Daten beruhend —eine Übersicht über die Fischerei der Inselbewohner der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und von den Veränderungen, die im 20. Jahrhundert stattgefunden haben19. Auch unter der Sowjetregierung aufgekommene neue Fanggerätschaften werden beschrieben. Neben den Fangmethoden beziehen sich die Ausführungen von KALITS auf die Fischerei als einem Erwerbszweig und auf die Bedeutung der Fischerei während verschiedener Perioden, sowie auf die Zusammenhänge mit ande­ren Wirtschaftszweigen. Auf Grund von Folklore-Archivalien wird auch das Brauchtum der Fischer auf Kihnu kurz dargestellt. Zur selben Zeit nahm auch der Autor des vorliegenden Beitrages seine Untersuchungen über die estnische Meeresfischerei auf. Im Jahre 1959 erschien die erste Übersicht zu diesem Thema20. Eine entsprechende Disser­tation folgte 1960. Dieser schlossen sich Beiträge über Spezialthemen an. So wie die Vorgänger, richtete der Verfasser dieses seine Aufmerksamkeit auf die Fanggerätschaften und die Fangmethoden. In grösserem Umfang als bisher ist die Kartierung verschiedener Fangmethoden in ihrer Verbrei­tung angegangen worden. Dabei wurden charakteristische Gebiete an der Meeresküste Umrissen. Bei diesen Abgrenzungen sind nicht nur ethnogra­phische Angaben einer bestimmten Periode, sondern auch allgemeine Ent­wicklungstendenzen im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhun­derts in Betracht gezogen worden. Der Kartographischen Darstellung un­terlagen Organisationsformen beim Fischfang, wie z. B. Zugnetzgemeinschaf­ten, Bootsgemeinschaften für Netzfischerei usw. mitsamt den einschlä­gigen Eigentumsfragen, und auch das Brauchtum ist berücksichtigt worden. Die allgemein spezifischen Züge der Lebensart der Fischer wurde an Hand 1» KALITS 1959. S. Ififl—202. 20 LUTS 1959. No. 3. S. 20—40. 109

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