Bánkiné Molnár Erzsébet: Polgárok Kiskunfélegyházán 1890–1913. Bürger in Kiskunfélegyháza 1890–1913. (Studia Folkloristica et Ethnographica 38. Debrecen, 1996)

pro Minute im Jahre 1906 gebohrt wurde. In dieser Wirtschaft arbei­teten 100 ständige Arbeiter nach der Beschreibung des Besitzers. Auf der Viehfarm konnte man 12 Zugpferde, 200 Rinder, 400 Schweine und 300 Schafe halten. Der Meierhof befand sich in der Mitte eines 800 Katastraljoch großen Grundbesitzes. 48 Auch auf den von diesem weiterer liegenden Landsgütern gab es wirtschaftliche Gebäude. In der Nähe des artesischen Brunnens ließ er - die Begießungsmöglichkeiten ausnutzend - einen 9923 Quadrat­meter großen Garten anbauen. Das überflüssige Wasser des Brunnens wurde in einen 17.831 Quadratmeter großen, 1,5 Meter tiefen künst­lichen Speicherweiher geführt. Die Lösung der Wasserversorgung der Wirtschaft dauerte vier Jah­re lang von dem Entschluß bis zur Verwirklichung. Danach ließ Jó­zsef einen Stall für sechs Pferde und eine Kammer an der hinteren Seite, die auf die Iskola Straße ausging, auf dem Hof seines Hauses in der Pázmány Straße bauen. 49 Im Mai 1906 wurde der Stall fertig. und im März 1907 wurde mit dem Bau seines neuen Hauses nach den Entwürfen von Géza Ziegler angefangen. Der Grundriß des monumentalen, z.T. unterkellerten Gebäudes ist assymmetrisch, es ist ein Bürgerhaus in eklektischem Stil. Die Kü­che, der Speicher, die Zimmer für die Erzieherin und das Dienst­mädchen wurden in einem getrennten Flügel, der in den Hof hinein­reichte, angelegt. Die Anordnung und die Funktion der Zimmer weist auf eine großbürgerliche Lebensweise hin. Dem Speisesaal schlössen sich ein Wintergarten, ein Empfangszimmer und ein Salon an. Im Haus gab es ein Arbeitszimmer, zwei Schlafzimmer und ein großes Badezimmer. Es ist beachtenswert, daß das Kinderzimmer extra nicht benannt wurde. Ein Hinweis auf das rege gesellschaftliche Leben war, daß es so­gar zwei Gastzimmer angelegt wurden. Die innere Anordnung und Fassadenausbildung des Hauses spiegeln die bürgerliche Bauweise, die sich im Jahrzehnt der Jahrhundertwende auch in Félegyháza ein­gebürgert hat. Als eine Ergänzung zum Haus in der Stadt diente der Weingarten in Selymes, in dem nicht nur Weinanbau getrieben wur­de, er war auch eine Ruhestätte in der Sommerhitze. 48 BKML. Kf. lt. I. 4343/902. 49 BKML. Kf. lt. Polg. Hiv. I. 4402/905. 208

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