Bánkiné Molnár Erzsébet: Polgárok Kiskunfélegyházán 1890–1913. Bürger in Kiskunfélegyháza 1890–1913. (Studia Folkloristica et Ethnographica 38. Debrecen, 1996)

bescheidener als das der Familie Endre, sowie seine gesellschaft­lichen Beziehungen sind anders. Imre und József schloßen sich dem örtlichen öffentlichen Leben am Anfang der 1890er Jahre aa Seit 1887 ergriffen die Anhänger der Unabhängigkeitspartei in der Stadtverwaltung die Macht. Der Parlamentsabgeordnete wurde der junge Advokat, Lajos Holló, der ebenso alt war wie József und der Bürgermeister Géza Zámbó. Sie beiden vertraten einen frischen Geist in der Verwaltung. Mit riesiger Leistungskraft und ausgezeichneten Kenntnissen fingen sie an, die Stadt umzuformen, und dazu rifen sie Imre Hoffer von Budapest 1891 nach Hause, „den die Unabhängig­keitspartei zur Belohnung für seine Werberdienste als Rechnungs­führer nach Hause brachte". 39 Der sehr kluge Rechnungsführer war laut der zeitgenössischen Charakterisierung immer fröhlich. Die nack­ten Zahlen machen andere zu stumpfen, schablonenhaften Menschen. aber er ist immer heiter und er gibt jedem in jedem Monat ein Lä­cheln 'kostenlos' außer der Gage" - wurde von ihm in Félegyházi Nagy Képes Naptár scherzhaft geschrieben. 40 Am 7. Juni 1891 wurde er zum Rechnungsführer gewählt. Sein Gehalt im diesen Amt war 1000 Forint jährlich bis zum 22. Juni 1896, als er sein Amt niederlegte und zum geschäftsführenden Direk­tor der Sparkasse von Félegyháza wurde, er war in diesem Amt bis zum seinen Tod, 1913 tätig. Die Aufgabe des Rechnungsführeramts bedeutete nicht den Aus­zug aus der Stadtverwaltung. Er blieb auch in der Zukunft Mitglied der Stadtverwaltung als Virilist oder gewählter Abgeordneter. Als einer der größten Steuerzahler blieb er mit seinem Bruder Mitglied des Gerichtsbarkeitsrates des Komitats Pest-Pilis- Solt-Kiskun. József nahm am öffentlichen Leben seit 1893 auch als Virilisten­vertreter und wirtschaftlicher Korrespondent teil. Er war aktiver Mit­glied und Leiter des örtlichen wirtschaftlichen Vereins, wo er die landwirtschaftlichen Fachkenntnisse und die zeitgemässene Wirtschaft popularisierte, sogar er selbst hielt Vorlesungen für die Wirte. Als Anerkennung seiner Fachkenntnisse und Wirtschaftsführung wurde er 1899 zum Ehrenrat gewählt, um seine wirtschaftlichen Fachkennt­nisse, „die Verantwortung mit den bezahlten Beamten teilend" zur 39 Félegyházi Hírlap am 3. Februar 1898. - Leitartikel 40 Félegyházi Nagy Képes Naptár 1895. 203

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