H. Tóth Elvira - Horváth Attila: Kunbábony (Kecskemét, 1992)

XII. Anhang

MÖGLICHE NEUROLOGISCHE KOMPLIKATIONEN DER VERLETZUNG Verletzungen, die die Schädelhöhle eröffnen, haben Folgen, die auch für die Neurologie und Psychologie interessant sind. Betroffen könnte vor allem der Hy­pothalamus sein, der an der entsprechenden Stelle allerdings keine größere Arterie oder ein Venenge­flecht aufweist. Dennoch könnte durch den eindrin­genden Gegenstand oder durch Knochensplitter Ge­fäßverletzungen entstanden sein, die zu Blutungen im Hypothalamus führten. Die Verletzung selbst und die mit ihr verbundenen Blutungen dürften zu einer län­geren Bewußtlosigkeit geführt haben. Die durch die Blutung oder ein Hämatom entstandene Beschädi­gung von Bulbus oder Tractus olfactorius könnte zu Einschränkungen der Geruchswahrnehmung oder zu totalem Geruchsverlust geführt haben (Juhász 1977). Die Rindenregion des Frontallappens über dem Augenhöhlendach umfaßt die Brodman-Areale 11, 12, 25 und 47. Die Funktion dieser Rindenbezirke ist noch nicht ganz geklärt, nach Pribram und Lurija (1973) sind sie Teil des fronto-limbischen Systems. Gehirnverletzungen an dieser Stelle ziehen keine Be­einträchtigungen der intellektuellen Fähigkeiten nach sich, sondern rufen Veränderungen im Gefühlsleben und im Sozialverhalten hervor (Sági und Erdélyi 1982): Das Benehmen des Kranken ist nicht mehr situation­sangepaßt, er wird euphorisch, unaufmerksam und handelt verantwortungslos, seine soziale und ethi­sche Wertwelt geht verloren. Darüber hinaus kommt es zu einem Verlust des abstrakten Denkens, einem Nachlassen der sexuellen Kontrollfunktionen, die sich unter anderem in einer vulgären und frivolen Rede­weise äußert (Pálffy 1978). PATHOLOGISCHE VERÄNDERUNGEN DER WIRBEL Die Oberfläche der Fovea dentis des Atlas ist un­gleichmäßig eburnifiziert, der Gelenksrand ist durch Osteophyten verbreitert (Arthrosis atlantoaxialis). Der Rand der rechten unteren Gelenksoberfläche ist ebenfalls mit kleinen Osteophyten besetzt. Der Axis sowie der dritte und vierte Halswirbel ist entlang der Gelenksoberflächen und auch entlang der Wirbelbögen symmetrisch synostosiert (Tafel 7, oberes Bild). Am Dens axis ist ein nach oben gerichte­ter etwa 5mm großer Osteophyt mit unregelmäßi­gem Rand festzustellen. Auch die vordere Gelenkso­berfläche des Dens ist ungleichmäßig verbreitert und eburnifiziert. Die hintere Gelenksoberfläche des Dens zeigt keine pathologischen Veränderungen. Wie am Atlas sind auch auf der rechten oberen Gelenksober­fläche des Axis milde athrotische Veränderungen Tafel 7: Pathologische Veränderungen der Halswirbelsäu­le (Spondylarthritis, Spondylosis deformans) 288

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