Levéltári Közlemények, 74. (2003)
Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.
292 Forrásközlések das sie wie Niemand handhaben lernten. Statt dem ihnen verschlossenen Gewerbe. übten sic mit Meisterschaft die Kunst das Kapital zum höchsten Prozentertrag zu bringen. das Wechselgescháft wurde das Mittel, wodurch sie die Christenheit in Fessel schlugen. Ausgeschlossen vom Gemeindeleben der Ortschaften. verstárkten sie Kraft ihres religiösen Verbandes unter einander. Des Schutzes der Gerichte baar, fanden sie in ihren Rabbinern die Spender der Gerechtigkeit unter sich. und vvussten gegen Christen bei den christlichen Gerichtsstühlen das Mittel der Bestechung anzuvvenden. Von den Schulen ferngehalten. bildeten sie das nie rastende Heer ambutierender Hauslehrer, die eifriger als die christlichen Pádagogen. der israelitischen Jugend die Waffe des Wissens verschafften. Da sich das Land ihrer Kranken und Nothleidenden nicht annahm. wurden die Geldkásten der Reicheren unter ihnen die Quelle des Wohlthuns fúr die eigenen ReligionsVerwandten. Für den Druck von Aussen entschadigte sie die unantastbare Welt ihres inneren religiösen Lebens, eine Welt, in welcher sie sichere Trost fanden, denn unerhört ist bei ihnen die Verzweiflung. welche bei anderen dem Indifferentismus verfallenen Nationen alljahrig tausende zum Opfer nimmt. Es vvird gelingen die Juden nach und nach aus ihrer. dem Christen so lástigen Thatigkeil herauszubringen, und sie zu aufrichtigen Mitbürgern zu machen, wenn man sie vor Allém gegen sie gerecht ist. Bis jetzt ist die ihnen günstige Geist der Reichsverfassung noch nicht zum Gemeingute der Behörde gevvorden. Erstlich sind die Grundrechte. auf welche sich die Emanzipation der Juden in Ungarn vorziiglich basieren könnte, hierlands nicht einmal publizirl vvorden. Man ignoriert in Betreff der Juden die neuere Gesetzgebung, und konserviert dafür die altere Ungarische,wovon wir uns bei einem Versuche unter die Kaschauer Stadtreprasentanten einen einzigen Juden zu bringen, dann aus mehreren Vorfállen in Gömörecr Komitate überzeugten. Es tháte Noth eine klare Verordnung zu erlassen, worin fúr Jedermann auseinander gesetzt wird. was die Juden in Betreff des Eigenthumrechtes, der Gewerbausübung. des Wohnsitzes. des Antheils am Gemeindeleben in Anspruch nehmen dürflen. So lange das nicht geschieht. ist weder ihnen geholfen, noch ein fester Boden fúr das Benehmen der Behörden genommen. Doch nicht blos durch Verordnungen, sondern auch durch positive Veranstaltungen muss dahin gewirkt werden, um die Juden zu guten Bürgern umzuschaffen, und die Reichsverfassung rücksichtlich ihrer ins Lében einzufúhren. Der in den Zeitungén vorgekommenen Plán zur Besserung der Zustande des Judenthums eine Art Hierarchie unter ihnen einzufúhren, hat viel fúr sich, denn aus einer Gliederung der Organe ergibt sich harmonisches Wirken und gesundes fruchtbares Lében. Doch gibt es dagegen manches Bedenken. Die Juden sind erfahrungsmássig wenig geneigt, ihren eigenen Glaubensgenossen Folge zu leisten. Es gibt z. B. keine bedauerungswürdigere Geschöpfe, als die Galizische Judengemeindevorsteher, von denen keiner sich durch lángere Zeit erhalten kann. Christlichen Machthabern gehorchen sie leichter; fremde Herrschaft ist ihnen die ertraglichste. Die Errichtung von Dirtikts Rabbinaten, und die Erhaltung eines Central-Rabbiners würde dem Staate bedeutende Auslagen verursachen, wovon der Nutzen problematisch ist. Die Leitung der Judenangelegenheiten in höherer Instanz kann eben so gut und vorurtheilsfreier durch die bestehenden Distriktsfunktionare geschehen. Die klugen Tállyer Juden erklárten uns bei unserer letzten Bereisung über diesen Punkt Folgendes: „Was die Einsetzung eines Landes-Rabbiners anbelangt, so ist diese Frage fúr uns die schvvierigste, da wir gestehen müssen, dass wir mit der Errichtung eines solchen Würde zufrieden waren, wenn sich nur der grosse und uneigennützige Charakter, der nur das Wohl und Wehn der Glaubensbrüder vor Augen hat, íande. Alléin die Beispiele aus unserer Geschichte zeigen uns. wie oft unsere Nation durch Hinneigung zum Götzendienste dem Untergange nahe war, der grössle Götze unserer Zeit aber ist das Geld." Sie verzweifeln alsó an der Möglichkeit einer guten Wahl fúr höhere Stellen ihrer Nation. Der von gewichtigen Stimmen berührte Anstand wegen der verschiedenen Sekten des Judenthums ist ein sehr wahrer. Es gibt keine grössere Erbitterung, als wenn eine jüdische Sekte gegen die andere