Levéltári Közlemények, 58. (1987)
Levéltári Közlemények, 58. (1987) 1–2. - Sashegyi Oszkár: Az Országos Levéltár dolgozói a Belügyminisztérium főhatósága alatt : fogalmazók, kezelők és szolgák, 1874–1922 / 195–208. o.
208 Sashegyi Oszkár: Az OL dolgozói a BM főhatósága alatt ten vorgeschriebene Prüfung erfolgreich bestanden. In der Prüfung mussten die Anwärter ihre Versiertheit über die für die Archivarbeit relevanten historischen und juridischen Kenntnisse unter Beweis stellen. Über die Fachkenntnisse hinaus wurden auch die Konziepierungsfestigkeit und das selbständige Urteilsvermögen der Kandidaten geprüft. Diese Anforderungen gingen weit darüber hinaus, die früher von den Beamten der Dikasterialarchive verlangt wurden; die letzteren leisteten nämlich den Erfordernissen der Regierungsbehörden als Beamten von Hilfsämtern Genüge. Von den Konzipienten des 1874 neuorganisierten Staatsarchivs verlangte man die Aufgaben auf wissenschaftlichem Niveau erledigen zu können. Gyula Pauler, der seit 1874 drei jahrzehntenlang dem Staatsarchiv vorstand und die Prüfungsbedingungen persönlich ausarbeitete, traf die Auswahl der anzustellenden Beamten mit äusserst grosser Sorgfalt; in den Jahren nach der Reorganisierung ist es ihm dann gelungen, grösstenteils junge, begabte Gelehrten im Konzipientenfach anzustellen, unter denen sich nur einige — für die wissenschaftliche Arbeit fähige — Beamten des früheren Personals befanden. Das hohe wissenschaftliche Niveau dieser ersten Generation erreichten die Vertreter der zweiten Generation, die um die Jahrhundertewende ihre Karriere begannen, nicht mehr. Dafür war es ausschlaggebend, daß! die ursprünglich geplante höhere Entlohnung der Archivbeamten wegen der Wirtsehafts- und Budgetkrise um 1873 nicht verwirklicht wurde. Die unzureichenden materiellen Verhältnisse und das schwierige Avancement ruinierten die erste Generation auch seelisch, und die zweite Generation nahm die Anstellung im Staatsarchiv missmutig an. Die materiellen Mißstände wurden erst durch die Reform vom 1922 beseitigt, als das Staatsarchiv aus dem Amtsbereich des Innenministeriums losgelöst und dem Ministerium für Kultus und Unterricht unterstellt wurde und auch ihm ein grösserer Spielraum und bessere materiellen Bedingungen im Organisationsrahmen des Ungarischen Nationalmuseums gewährt wurden. Manipulanten Von den Mitgliedern der zweiten Personalgruppe, von den sogenaunten Manipulanten wurden Matura, ungarische, lateinische und deutsche Sprachkenntnisse, Schönund Rechtschreiben und die erfolgreiche Ablegung der Archiv-Manipulanten-Prüfung verlangt. Anfangs wurde die Mehrzahl der Angestellten der alten Dikasterialarchive in diese Personalgruppe eingestuft, aber in den späteren Jahren wurden fast ausschliesslich Universitätsabsolventen, die nach der Ablegung der Konzipientenprüfung auf einen leeren Posten im Konzipientenfach warteten, als Manipulanten aufgenommen. Infolge dieser Situation verschwammen die Unterschiede der beiden Personalgruppen . Amtsdiener Als Amtsdiener wurden meistens Facharbeiter angestellt, die mehrere Sprache beherrschten und imstande waren sowohl die technischen Aufgaben im Archiv zu lösen als auch den Magazindienst zu versehen. Die Amtsdiener waren den Beamten gegenüber in einer ausgelieferten Situation; in Streitfragen wurden immer den Beamten rechtgegeben. Die Mitglieder dieser Personalgruppe wurden erst durch die bürgerlich-demokratische Revolution 1918 in Unteroffiziere umgewandolt. Die Stellung konnten sie sowohl während der Räterepublik als auch in der kontrarevolutioneren Ära behalten. Die Zuverlässigkeit war die Hauptbedingung für die Anstellung bei allen drei Personalgruppen. Wenn ein Angestellter im Laufe eines Disziplinarverfahrens für unzuverlässig qualifiziert worden war, wurde er fristenlos entlassen.