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J. Pagel: Maimuni als medizinischer Schriftsteller

Pag el, Maimuni als medizinischer Schriftsteller. 24I chemische und physikalische Beschaffenheit wirken und nur bei bestimmten Vergif­tungen verwertbar sind, und andere, die unabhängig von ihrer chemischen und physi­kalischen Beschaffenheit durch eine ihnen in ihrer Totalität spezifische und eigentüm­liche Kraft ihre Wirkung äußern1); diese letztgenannte Klasse ist gegen alle Gifte verwertbar. Die normalen Gaben des Gegenmittels gelten für Individuen über 20 Jahre; jüngere im Alter von 10—20 Jahren erhalten die Hälfte, Kinder unter 10 Jahren */4 der normalen Dosis. Im übrigen sind Temperament und Milieu des Individuums zu be­rücksichtigen, Intensität der Symptome, Klima, Jahreszeit. In kalter Jahreszeit, in kalten Ländern, bei starker Ausprägung der Symptome ist die Dosis entsprechend zu ver­stärken. Wenn noch möglich, ist das Gift aus der Wunde sofort auszusaugen, Mund und Lippen des Aussaugenden sind mit Olivenöl gegen Selbstvergiftung zu schützen, wer an Mundgeschwür, an kariösen Zähnen leidet, darf die Prozedur nicht vornehmen. Selbstverständlich muß die ausgesaugte Materie sofort ausgespieen werden. Dann sind Brech- und Abführmittel zu verabreichen, Schröpfköpfe, Skarifikationen, Ätzmittel zu appliziren, kurzum alles zu verwenden, was irgendwie geeignet ist, das Gift zur Aus­scheidung zu bringen. Zur Bekämpfung der begleitenden Symptome, des Schmerzes, der psychischen Erregung usw. dienen innerliche und örtliche Mittel. Die Aussaugungs­prozedur ist um so erfolgreicher, je nüchterner der Arzt ist, wie auch das Gift eines nüchternen Tieres gefährlicher ist als das eines satten. Der Speichel eines jungen Menschen ist ebenfalls wirksamer. M. beschreibt mehrere Theriakarten, spezifische aus Vipernfleisch und ähnlichen Ingredienzien bestehende Gegengifte, liefert eine Be­schreibung der Tollwut des Hundes, ihrer Kennzeichen und Mittel gegen die Bißwir- kung; er rät, die Kur 40 Tage lang durchzuführen, namentlich während der ganzen Zeit die Wunde offen zu halten. Bemerkenswert ist M.s Angabe, daß der Genuß von Gehirn eines gebratenen Hundes die Intelligenz vergrößert. Man findet, sagt M., in den Werken der Alten die Lehre, wonach der Genuß von Organen resp. Organteilen beim Menschen die Funktion stärkt, für welche diese Organe bestimmt sind. Sehr geschätzt von M. als eines der wirksamsten Gegenmittel ist der Smaragd und zwar auf die Autorität von Avenzoar hin. — M. gedenkt auch der nieren- und blasenreizenden Wirkungen der Kanthariden, der Pilzgifte u. a. M.s Aphorismen und seine Schrift über die Gifte sind von den bisher gedruckten die beiden einzigen auf Medizin im engeren Sinne bezüglichen, d. h. rein pathologisch-therapeutische Themata behandelnden Schriften. Sie dürfen, wie gezeigt worden ist, als klassisch gelten. Die beiden anderen gedruckten haben mit der Medizin als Wissenschaft von den Krankheiten und ihrer Heilung unmittelbar nichts zu tun; sie sind mehr populär gehaltene Diätetiken x) Mit dieser geheimnisvollen und spezifischen Kraft, die in gewissem Sinne der quinta essentia des Aristoteles vergleichbar ist, wurde sehr viel in der alten und mittel­alterlichen Pharmacopoe operirt, z. T. auch noch in der neueren Zeit bei Paracelsus und seinen Anhängern usw. Daraus entwickelte sich die Lehre von den Arkanen, den gewissen Naturkörpern eigenen magischen Heilkräften usw. XI 16

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