Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
52 Doctores, wann es anders Doctores sind.« Auch das Publikum, der Laie schien dann und wann einsichtsvoll zu werden; denn zur selben Zeit etwa schrieb ein Nichtarzt, Julius Bernhard von Rohr1): »In deinen Krankheiten konsultiere keine Charlatans, Marktschreier, alte Weiber, oder andere solche Leut, die die Medizin nicht studieret haben. Dann obgleich die Geschicklichkeit zu kurieren nicht eben allezeit an die Universitäten gebunden, so ist doch eher zu vermuten, dass derjenige, so viele Jahr mit Attention sich drauf appliciret, darinnen viel meditiret und experimen- tiret, die Anatomie zugleich wohl verstehet, und von berühmten Medicis unterricht worden, mehr prae- stiren wird, als ein anderer, der es nur aus etlichen Büchern rausklaubet und auf ein blosses Gerathe-Wohl seine medizinische Wissenschaft ankommen lässt 1« — Betrachten wir die Gestalt des gemalten Arztes, so finden wir ihn meist anständig, gut, ja vornehm gekleidet. Fast nie entbehrt er des Hutes, meist steckt er im pelzverbrämten Rock. Sein Gesicht verrät nicht stets Ehrlichkeit, aber intelligent, schlau sieht jeder darein. Manchmal spielt ein etwas sarkastisch überlegenes Lächeln um seine Lippen, hie und da nimmt sein Gesicht einen Zug des Spitzbubenhaften an. Dabei muss aber bemerkt werden, dass die holländischen Maler, namentlich Jan Steen, sich auch über den Patienten lustig machten, und es durchaus nicht in ihrer Absicht lag, nur den Arzt herunterzuziehen und lächerlich zu machen. Sie waren fast alle mehr oder weniger Humoristen. Und im ganzen Wesen der Zeit lag der blustige Spott, namentlich bei Hollands Bauernnaturen.2) Moliére hat vier vollkommene Lustspiele geschrieben, x) Jul. Bernhard von Rohr, »Einleitung zur Klugheit zu leben<, K. VII p. 167; zitiert nach Fr. B. v. Lindern, Specui. Veneris noviter polit. — Strassburg 1736. *) Vgl. Muther, Geschichte der Malerei, Bd. 5, Sammlung Göschen, ferner Fuchs, Sittengeschichte, 1. Bd.