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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

49 noch immer zu vornehm, als dass sie auch nur die Extraktion einer toten Frucht gelernt hätten, und Baas berichtet uns, dass ein Hamburger Arzt 1522 verbrannt wurde, als er dennoch in Verkleidung einer Amme das seiner unwürdige Geschäft der Geburtshilfe besorgte.1) Die Medizinalgesetzgebung des 16. Jahrhunderts gibt ein wenig schönes Bild von der Würde des Arztes. Es hatte bereits das Brotneids-Gespenst wieder mächtig zu spuken angefangen — ohne dass es bis auf den heutigen Tag zur Ruhe kommen konnte, leider; nur arbeitet es heute weniger plump, diplomatischer als in früherer Zeit. Eine Würzburger Medizinalordnung hält den Aerzten, die durch ihr Gebaren wohl dazu Veranlassung gegeben haben mögen, eindrücklich vor Augen, dass sie sich der Humanität zu befleissigen haben. »Damit die Kranken immer in der Hoffnung der Genesung verbleiben, sollen die Aerzte sie oft besuchen und mit solchem Fleisse im Besuche auch dann noch nicht nachlassen, wenn sie wirklich eine Hoffnung zur Besserung nicht voraussehen!«* 2) Nicht so traurig war es mit dem Stande im 17. Jahr­hundert bestellt. Das 16. Jahrhundert hatte in seinem Hinübergehen mancherlei überraschende Tatsachen biologi­scher Natur ans Licht gebracht, die der Medizin zugute kamen und indirekt auch ihrem Personalstande, der da­durch erfolgreicher arbeiten konnte. So wuchs die Achtung vor ihm. Auch nahm das wandernde Heilkünstlertum etwas ab, wenn es auch noch nicht aufhörte. Das Aerztepersonal, das sich mit innerer Medizin befasste, war — zum mindesten in seinen eigenen Augen — ein wenig besserer Qualität, als die Chirurgen, von denen immer noch eine erkleckliche Zahl rechtschaffen zu schwindeln verstanden. Solange diese Aerzte noch Studenten waren, zogen sie als fahrende Schüler oder Schützen von Hochschule zu Hochschule, stahlen dabei *) Vgl. Baas, Gesch. d. Med., S. 371. 2) Nach Baas, Gesch. d. Med., S. 376. Gruber, Wesen der Medizin. 4

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