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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

46 Geld in Menge. Auch den König von Preussen, Friedrich II., bat er um das Diplom des Hofokulisten. Er bekam es auch; doch der alte Fritz sagte ihm zugleich rund heraus:»Nun sind alle seine Wünsche erfüllt, er ist mein Augenarzt; aber ich bemerke ihm, dass meine Augen keiner Hilfe bedürfen, und wenn er sich untersteht, an das Auge eines meiner Untertanen zu rühren, so lasse ich ihn aufhängen; denn ich liebe meine Untertanen wie mich selbst!« Tags darauf wurde der neugebackene preussische Hofaugenarzt von preussischen Gendarmen nach der sächsischen Grenze verbracht. — Und aus dieser Disziplin, die so reich an Schwindel und Ge­wissenlosigkeit, die so oft in der Malerei als Gegenstand der komischen Darstellung diente, konnte sich in der neuesten Zeit eine Wissenschaft entwickeln, die als so vollkommen und in sich geschlossen angesehen werden muss als nur eine, und von einem Aerztestand gehalten und erweitert wird, zu dem man höchstes Vertrauen haben darf. Die Steinschneider hatten sich mit der Zeit noch etwas spezialisiert. Aus ihren Reihen sonderten sich Leute ab, die den Patienten »die Narren schnitten«, die also eine Art psychiatrische Tätigkeit eröffneten, indem sie exzentrische Personen von »Steinen« befreiten, die an­geblich das Hirn derselben belasteten. Um dies zu können, waren allerlei Tricks anzuwenden. Es wurde an der als krank bezeichneten Stelle die Kopfschwarte eingeschlitzt, dann aus dem Rockärmel oder sonst woher ein Stein ge­zaubert — oder mehrere — der nun dem geprellten Patienten vorgehalten wurde mit der ernsten Angabe, diesen Stein habe er im Körper herumgetragen.2) So und so oft machten die Behörden auf diese Schwindler aufmerksam; es half aber wenig, es gab zuviel der Narren, die eben geschnitten sein wollten. Vielleicht darf man dieser Schwindeloperation *) Nach Peteis, »Arzt und Heilkunst*, S. 126. *) Vgl. das Bild von Jan Steen: »Der Operateur«, das sich in der Sammlung Boymann in Rotterdam befindet. — Wiedergabe bei Holländer: »Die Medizin in der klass. Malerei«, S. 211.

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