Szakcikk gyűjtemény

Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

44 humane und geniale Arzt, dem die Medizin mindestens vier Grosstaten dankt, nämlich die Wiedereinführung der Wen­dung des lebenden Kindes auf die Füsse, die Wieder­einführung der einzelnen Gefässligatur, die Wiedereinführung der Thoraxpunktion und die Neueinführung des exspektativen Verhaltens bei Schussverletzungen, die vor ihm durch eine fürchterliche Therapie fast regelmässig zu tödlichen Wunden gemacht worden waren. Durch Páré gewann der ganze französische Chirurgenstand so, dass ihm der Papst den sogenannten »chirurgischen Ablass« verlieh. Dadurch wuchs erst recht das Ansehen der Zunft. Dass es anderseits eines Ablasses bedurfte, um, wenn man Chirurg war, als achtens­werter Mensch gelten zu können, beweist uns, was man gemeinhin vom Chirurgen hielt. Etwas so Gemeines war der Wundarzt, dass er eo ipso samt seinem Tun und Lassen als sündhaft und des Ablasses bedürftig angesehen wurde. Und nun konnten sich wenigstens die Franzosen unter ihnen seit 1579 prinzipiell dieses Ablasses erfreuen. Gleichwohl waren auch sonst die auf Schulen oder bei höheren Lehrern gebildeten Wundärzte — auch Schneide­ärzte benannt — wohl gelittene Leute; brauchte man sie ja doch oft genug. Sie hatten feste Wohnsitze im Gegensatz zu den ganz empirischen Bruchschneidern, Steinschneidern, Badern und Okulisten, welche herumvagierten. Diesen ge­sellten sich auch noch die Zahnbrecher bei, sowie »Narren- und Wunderdoktoren« überhaupt. Auf Jahrmärkten und Messen, wo sie an die Gemeinden Platzsteuer zu entrichten hatten — gleich den wandernden Komödianten, von denen sie sich wenig unterschieden haben mögen — übten diese meist rohen, widerlichen Kerle ihre Tätigkeit aus. Zwar machte sich das Volk über sie lustig, Hess sich aber von ihnen behandeln, hatte auch oft genug den Schaden davon zu tragen, wenn es auf den plumpen Schwindel und die betörenden Anpreisungen hereingefallen war. — Ein Spruch aus jenen Zeiten besagt:1) *) Zitiert nach Peters, »Arzt und Heilkunst«, S. 127.

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