Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
37 hat als erster Anatom den menschlichen Körper genau zergliedert und beschrieben, er war, wie sein Baseler Biograph Roth schreibt, »der erste, der den allmächtigen Bücherglauben mit seiner Wissenschaft durchbrochen und widerlegt hat«. Allerdings zweifelt man seit einiger Zeit mit mehr oder weniger guten Gründen, die sich auf die Abbildung zu Vesals Anatomie beziehen, ob Vesalius wirklich durchwegs die Autorschaft des grossen Reformwerkes zuzuschreiben ist, ob nicht der bedeutendste Anatom zugleich der raffinierteste Plagiator war und Verdienste Leonardo da Vincis schweigend annektierte. Die Gründe sind nicht eindeutig und schwerwiegend genug, einen Makel an den Namen des Brüsselers zu hängen; jedenfalls muss er für immer Reformator und Neubegründer der Anatomie heissen. Das umbauende Werk Vesals, das ihn zum berühmtesten Mann der Gelehrtenwelt jener Zeit machte: „De corporis humani fabricau, erschien 1543. Mit seinem Erscheinen begann sich eine Wolke des Hasses und Neides auf den trefflichen Forscher zu entladen, der es gewagt hatte, den altehrwürdigen Galen ganz einfach umzuwerfen. Recht bedeutende Männer mit klingenden Namen standen in den Reihen derer, die Vesal angreifen zu müssen glaubten. Von ihnen sei nur Bartholomäus Eustachius, Entdecker der Ohrtrompete, genannt, während Gabriel Fallopia, der Entdecker des Eileiters, von Vesal als einem »vir divinus« spricht. — Vesal, der es zum Leibarzt des mächtigsten Habsburgers gebracht, musste geräuschlos und unbemerkt aus dem Leben scheiden. Nach einem Schiffbruch erlag er auf der Insel Zante einer Krankheit, und hätte ihn nicht ein Spanier erkannt, so wüssten wir gar nichts über das Ende des grössten Anatomen, dessen Grabstein die prunklose Aufschrift trägt: »Andreae Vesalii Bruxellensis tumulus«.1) Um jene Zeit des Aufschwunges und der Universitätengründung trat auch im Ansehen der übrigen Medizin eine t x) Nach Hyrtl, Lehrbuch der Anatomie.