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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

32 scheut das Blutvergiessen« — allen Personen geistlichen Standes wenigstens »Schneiden und Brennen« verboten wurde — also die Chirurgie. Infolgedessen wurde von Laien nur das Bruch- und Steinschneiden sowie die Okulisterei ausgeübt —recht viel weiter reichte dazumal das Gebiet der Chirurgie nicht. Die es vertraten waren unehrlich und erfreuten sich nur so lange der Würdigung, als man sie brauchte; und man brauchte sie nicht nur für kranke Menschen, sondern haupt­sächlich für die bei der Tierzucht etc. benötigte chirurgische Behandlung der Haustiere. Die Geschichte des Kaiser­schnittes gibt davon die beste Anschauung. — Dass es dem Arzte im härenen Gewände, in der Kutte oder dem Habit an Achtung nicht gefehlt, ist selbstverständ­lich; das liegt in der Schwachheit der Logik des Durch­schnittsmenschen begründet. Starb dem priesterlichen Arzt ein Kranker, so trat der Arzt hinter den Priester zurück, die Sündhaftigkeit des Patienten, der Wille Gottes, des alles vermögenden, kamen zu ihrem Rechte. Die unvollkommene Art, mit der wir Menschen alle ringen, ist nun einmal so. Die ganze heilige Scheu, die der Mensch vor der Religion hat, weil er sie nicht verstehen kann, überträgt er auf den Vertreter der Religion; das tat er auch, als dieser zu »arzten« sich unterfing; und der Mensch stand dem Arzte im geist­lichen Gewände so kritiklos und schüchtern gegenüber, wie dem Priester. — Ob es heute viel anders ist? Man denke nur an Felke, den »Lehmpastor«, oder an Kneipp, den »Wasserdoktor«! Brachten sie etwas Neues, etwas Voll­kommeneres, als man es schon vor Jahrhunderten gekannt und seitdem wechselnd angewendet? Lehren uns nicht allerlei Holzschnitte, z. B. einer von Schott, der ca. 1533 zu Strassburg in den »Schachtafeln der Gesuntheyt« erschien, dass es lange bevor Wörishofen Mode ward, die ver­schiedenen Arten von Güssen gab — nur, dass sie vielleicht ausgewählter und überlegter angewendet wurden; denn man Hess es sich damals nicht einfallen — trotz mancher

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