Szakcikk gyűjtemény

Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

15 Wurzelschneider und Arzeneiverkäufer, die man schon da­mals durch den Spruch: „Apothecarius ultra pixiden sapere nequit“*) hätte kennzeichnen sollen, trieben neben anderen gewissenlosen Leuten die blühendste quacksalberische Praxis. So arg war ihr Treiben, dass sich selbst einer, der über Brotneid und Konkurrenz-Bangnis hoch erhaben war, wieder­holt über sie ausliess* 2), nämlich Hippokrates der Zweite, den seine Mitbürger den Grossen nannten. Hippokrat war in Kos geboren, als Sohn eines Arztes und einer Hebamme, 460 v. Chr. Doch kehrte er bald der heimatlichen Aerzte-Innung den Rücken, liess sich in Athen von einem gymnastischen Arzte unterrichten und wurde schliesslich Periodeut ohne festen Wohnsitz. Wie schon sein Beiname kündet, genoss er den höchsten Ruf und das grösste Ansehen bei seinen Zeitgenossen. Dazu mag er wohl gekommen sein, weil er ein Praktiker war, der seinen leidenden Mitmenschen mehr helfen als imponieren wollte und sich durch die wahrhaft göttlichen Worte zur wahren Humanität bekannte: »Wo Kunst ist, da ist auch Liebe zu den Menschen.«3) Er war es, der den Anlass gab zu den einzelnen Dis­ziplinen, der Symptomatik, Diagnostik, Prognostik, Therapie und Aetiologie. Von theoretischen Wirrsalen hielt er sich fern, war freilich auch in systematischer Anatomie und Pathologie recht wenig bewandert. Auf dem Wege der Medizin bedeutet Hippokrates einen Höhepunkt, der erst nach Jahrhunderten von der Heilkunst wieder erklommen werden konnte. Zwar sagte er, der auch als Mensch in jeder Beziehung achtenswert war3): »Der Arzt muss wissen, was die Aerzte vor ihm gewusst haben, will er nicht sich selbst und andere be­trügen ; die ärztliche Kunst kann nicht von neuem *) Spruch aus einem Venus-Spiegel des 18. Jahrhunderts. 2) Vgl. H. Magnus, Sechs Jahrtausende etc. S. 208. ®) Zitiert nach Baas, Gesch. d. Med. 1876.

Next

/
Oldalképek
Tartalom