Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
12 Die Schule von Knidos legte Wert auf subjektive Angaben der Kranken, individualisierte die Krankheitstypen, trieb lokale Pathologie und Therapie, im medizinisch internen Sinne wie im chirurgischen. Man erkannte Phthise, Typhus, Gallenkrankheiten, man gab sich überhaupt grösste Mühe, scharf zu diagnostizieren; vor Rippentrepanation und Nierenausschälung schreckte man nicht zurück. So konnten sich die Schüler von Knidos, zu denen auch der Vater des Aristoteles zählte, berechtigten Rufes erfreuen. Die Schule von Kos legte besonderes Gewicht auf die objektive Untersuchung des Kranken, auf die Prognose des Leidens und eine gute Allgemeinbehandlung. Von ihr stammt die Lehre über die Krankheitskrisen. Wie trefflich in Kos beobachtet wurde, lehrt eine Stelle im hippokratischen Schriftwerke,1) wo ein auskultatorischer Befund bei Rippenfellentzündung beschrieben ist. Es heisst dort: „"Yöepoq TiXeupovoq • — xcu fjvTtoÄXöv xpóvov Jipoöéxcov rö ouq áxouá^tj npbq rá TrXevpá, £éet eöcűHev oíov ől-oc;.“ Alles was wir an den sogenannten Hippokratikern rühmen müssen, an den Vorfahren und Nachkommen des Hippokrates, ist auf den Einfluss dieser Schule zurückzuführen, deren Zöglinge, ehe man sie approbierte, den sogenannten Eid des Hippokrates abzulegen hatten. Man kann aus diesem Eide meines Erachtens Schlüsse darauf ziehen, auf welcher Stufe der Arzt damals stand, mag er gleich zu den Gewerbetreibenden gezählt haben; darum sei Ihnen dies Denkmal medizinischer Hoheit und Grösse hier nicht vorenthalten2:) »Ich schwöre bei Apollon, dem Arzte, bei Asklepios, Hippokrates, Kap. 61, LVII., p. 64 (nach Th. Becks ausgewählter Ausgabe; Jena 1907). — »Lungenwassersucht; — und wenn man längere Zeit das Ohr an die Seiten andrückt und horcht, so kocht es innen wie Essig. < — Zwei Kapitel vorher spricht Hippokrat sogar von dem Reibegeräusch, welches »knirscht wie von einem Lederriemenc (= olov pda&Xt^i;). s) »Der Eid des Hippokratesc, nach E. Schwalbe, Vorlesungen über Geschichte der Medizin, S. 38 (zit. nach Haeser).