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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

5 assyrischen Weltanschauung, dass der Sternenhimmel, das grosse Buch des Lebens, die trotz scheinbarer Verworren­heit so regelmässig geleiteten Gestirne der Ausdruck einer göttlichen Macht seien. Es war darum diese Medizin eine mehr oder minder theurgische, insoferne man das, was sich aus der lebensnotwendigen, primitiven Naturerfahrung ergab, im Zwange der herrschenden Weltanschauung mit dem göttlichen Willen — und der astrologisch-mathematischen Berechnung, Gleichung verband. Das Metaphysische, die »Dämonen«, spielten als Krankheitserreger und als Heilbringer eine grosse Rolle. Arzt und Priester in einer Person, d. h. Vertreter hochwissenschaftlicher Astrologie, wirkten am Krankenbett, und zwar beschäftigten sie sich hauptsächlich mit der Prognose, der Krankheitsvorhersage, die, aus dem Aberglauben der Zeit entsprungen, durch gewissenhaft notierte, mit Sternerscheinungen zusammenfallende »Omina« (= Zeichen) gestützt, den weiteren Aberglauben mächtig förderte. Es muss das Ansehen dieser Aerzte nicht gering gewesen sein, da sie schon zu Hamurabis Zeiten (ca. 2200 v. Chr.) Medizinalgesetzgebungen zur Seite hatten und ihre Taxen durch Vorschriften geregelt waren. Auch die Heilkunst Aegyptens soll sich lange durch ausgesprochen theurgischen Charakter ausgezeichnet haben. Es existierten eine Reihe von Heilgottheiten, so Isis, Osiris, Apis, Serapis und Ibis, ein Gott in Vogel­gestalt, dem die Menschheit den Gebrauch des Klistiers abgesehen haben soll, wie die Sage erzählt. Priester waren die Aerzte, und zwar diagnostizierende Aerzte. Je nach der Kaste, der sie angehörten, und je nach dem Bildungs­grad, den sie besassen, wurden sie geachtet. Nur Priester­söhne konnten wieder Aerzte werden. Dem Kastensystem entsprach ein über die Massen verzweigtes, peinliches Spezia­listentum, das für jedes Glied und jeden Körperteil andere Helfer und Heiler kannte. Schon die Priesterwürde lieh diesen Aerzten einen besonderen Nimbus. Ihr Leben war wohl durchaus angenehm und von Sorgen frei; denn nicht

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