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Oscar Beschorner: Die Laryngoskopie ein Vierteljahrhundert Eigentum der praktischen Medizin

16 Sie tritt eben oft genug heraus aus dem Gebiete des Spe­zialisten und „schlingt ein Band um die verschiedenen Zweige der Medizin, die Einheit, nicht die Zersplitterung unserer allgemeinen medizinischen Wissenschaft dokumentierend“. Naturgemässe und glückliche Umstände fügten es, dass zu­gleich mit der Erfindung der Laryngoskopie auch die lokale Larynxtherapie, sowie die lokale Therapie des Kespi- rationstraktus überhaupt und endlich im Jahre 1861 die endolaryngeale Chirurgie ins Leben trat. Diese letztere, welche wol zweifellos das dankbarste Gebiet der neuen Lehre bildet, wurde bekanntlich von dem, wie erwähnt, im März dieses Jahres verstorbenen Victor v. Bruns begründet und mit unermüdlichem, erfolgreichstem Eifer kultiviert und zu einer Höhe erhoben, die vielfach Staunen erregen musste. Er war es, der mit jener ihm eigenen, von mir so oft be­wunderten zähen Ausdauer, die keine Mühe scheute und alles bezwang, weil sie sich das bestimmte Ziel in klarer Erkenntnis gesetzt hatte, im Juli 1861 zum ersten Male auf laryngosko- pischem Wege, ohne die bis dahin eventuell geübte blutige Eröffnung der Luftwege, ein Stimmbandfibroid (an seinem eigenen Bruder) entfernte, eine Operation, welche, wie er selbst in der Einleitung zu seinem nachverzeichneten Werke sagt, nach ihrer Veröffentlichung im Jahre 1862 von einer Seite her als eine nicht nachzuahmende Verwegenheit bezeichnet, von an­derer Seite in ihrer praktischen Bedeutung insofern als weniger gross angeschlagen wurde, als sich wol schwerlich wieder eine zweite Veranlassung und Gelegenheit zu ihrer Wiederholung finden dürfte. Was diese heroische That, für die dem kühnen Chirurgen der Biberi’sche Preis von der Turiner Akademie wurde und die bahnbrechend und berufen war, ein neues Gebiet der operativen Chirurgie zu eröffnen, ähnlich etwa dem der Entfernung von Blasensteinen auf natürlichem Wege nach Einführung der Litho- tripsie — erhellt am besten daraus, dass, während in der ganzen prälaryngoskopen Zeit die gesamte Litteratur nicht einmal 100 Beobachtungen von Kehlkopfgeschwülsten enthält, in der Zeit von 1862 bis 1878 allein über 1300 Fälle solcher veröffentlicht und mehr als 1000 von diesen auf laryngoskopischem Wege operiert wurden.*) Dem Beispiele folgten bereits in demselben Jahre Stoerk und Schnitzler. Und seitdem hat sich die Zahl der Kehlkopfpolypen-Operationen gewiss verzehnfacht — sie gehört zu den gewöhnlichsten und all­täglichsten; aber alle wurden sie ausgeführt nach den Prinzipien, die zuerst v. Bruns aufgestellt und die er niedergelegt hat in dem *) Monatsschrift für Ohrenheilkunde etc. Jahrg. XVII, Nr. 5.

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