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Dr. C. Spamer: Ueber die heutige und die frühere Stellung der Psychiatrie zur Gesammtmedicin

é erkennung gebracht zu haben, bleibt ein unbestreitbares Ver­dienst Griesinger’s, der auch — meines ^Wissens zuerst in Deutschland — in seiner äusseren Stellung die Verbindung der Neurologie mit der Psychiatrie repräsentirte. Wie nahe liegend und noth wendig diese Verbindung ist, das sieht man noch weit mehr in der Privat- als in der Anstalts­praxis. Während in die Irrenanstalten fast ausschliesslich Krankheitsfälle kommen, bei denen die psychischen Kraukheits- erscheinungen die Erscheinungen von Seiten der übrigen Theile des Nervensystems weit überwiegen, begegnen uns in der Privat­praxis auch nicht ganz wenige, wo das Verhältniss ein umge­kehrtes ist, wo mässige krankhafte psychische Erscheinungen eine untergeordnete Rolle spielen gegenüber den Nervenerschei­nungen (den Krämpfen, Lähmungen etc.). Das Werthverhältniss beider zu einander kommt in allen möglichen Abstufungen vor, bis zu einer Mitte hin, wo sie sich ungefähr die Wage halten, wo man kaum weiss, welche Symptome man als die hervor­stehendsten bezeichnen soll. Letzteres ist freilich immer nur kurze Zeit der Fall, in einem gewissen Stadium der Krankheit, während im weiteren Verlaufe die einen oder die anderen wohl immer zur Prävalenz kommen. Die zuletzt überwiegenden Er­scheinungen sind zuweilen auch die erst später aufgetretenen oder weniger entwickelten gewesen. Dadurch kommt es, dass manche Hirntumoren in früheren Stadien in Irrenanstalten ge­schickt werden, und umgekehrt, dass eine Menge von Paraly­tikern wegen der anfänglichen Kopfschmerzen, Schlaflosigkeiten, „Rheumatismen", Paresen u. s. w. in die Behandlung von Elec- trotherapeuten, von Kaltwasseranstalten oder anf Nervenabthei- lungen kommt. Ich glaube, es erhellt schon ans den wenigen angeführten Beispielen, dass es eine recht gründliche, wissenschaftliche, klinische Psychiatrie ohne eingehende neurologische Beobach­tungen nicht giebt, dass eine solche ein unvollkommnes, seiner natürlichen Basis entrücktes, des Fortschrittes nur wenig fähiges 'Sonderwesen in der Medicin darstellen muss. Wenn man dies anerkennt, braucht man noch lange nicht in das andere Extrem zu verfallen, in dem, was man gewöhnlich Neurologie nennt, die Psychiatrie sich schlechtweg inbegriffen zu denken. Die psychi­schen Erscheinungen, die physiologischen sowohl wie die patho­logischen, bieten so viel Apartes, in so wesentlichen Punkten von den Fntersuchungsgegenständen und den Untersuchungsmethoden

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