Szakcikk gyűjtemény

Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa

2 Es scheint mir, dass der einige Jahrhunderte schon dauernde Streit leichter entscheidbar ist, seit sich der Begriff der venerischen Krankheiten im einzelnen geklärt hat. Noch ist es nicht lange her, dass man den ansteckenden Eiterfluss der Harnröhre als eine Theilerscheinung der Syphilis ansah. Vielen von uns wurde noch gelehrt, der Schanker sei nichts weiter als örtliche Syphilis, und die constitutioneile Syphilis sei ein in das Blut übergegangener Schanker. Heute wissen wir, dass die Ansteckungsgifte beider ebenso verschieden von einander sind wie das des Trippers von beiden, und dass nur die Oertlichkeit und die Gelegenheitsursache der Ansteckung ihr gemeinsames sind. Man könnte nach dem alten Standpunkte ebenso gut den Pediculus pubis hierher zählen. Auch er ist eine venerische Krankheit, wenn man Oertlichkeit und die häufigste Gelegenheitsursache als maassgebend nimmt, allein er ist nicht mehr Syphilis, als es der Tripper und der Schanker sind. Nehmen wir also die Dreitheilung des venerischen Giftes und die Selbstständigkeit eines jeden von ihnen als.feste Grundlage an und sichten wir danach die alten Zeugnisse über das Vorkommen venerischer Erkrankungen. Zuerst di$ Juden. Von der hygienischen Sorgfalt des Moses für sein Volk und unter den zahlreichen gesundheitlichen Vor-, Schriften, die er gegeben und bekanntlich mit furchtbarer Strenge durchgeführt hat, dürfen wir auch solche über die nachtheiligen Folgen des Geschlechtsverkehres erwarten. Sie erinnern sich gewiss der betreffenden Stellen, von denen ich nur einige als Bei­spiele herausgreifen will: 3. Moses 15, 2 und 3: „Wenn ein Mensch an seinem Fleische einen Fluss hat, derselbe ist unrein. Dann aber ist er unrein an diesem Fluss, wenn sein Fleisch vom Flusse eitert oder verstopft ist.“ 3. Moses 22, 4: „Welcher des Samens Arons aussätzig ist oder einen Fluss hat, der soll nicht essen von dem Heiligen, bis er rein werde.“ Im zweiten Buche Samuel 8, 29 wird ebenfalls vom Eiterfluss gesprochen, gleichzeitig vom Aussatz. An keiner einzigen Stelle aber finden wir eine Andeutung über die charakteristische Syphilis. Oft genug wird in den Büchern des alten Testamentes vor der Hurerei gewarnt, welche die Söhne Israels mit den Töchtern heid­nischer Nachbarn trieben, keinmal aber vor einer dadurch bewirkten, den Körper vergiftenden Ansteckung. Im Buch Hiob steht eine Stelle, 80. 17, die man auf die syphilitische Er krau kun g der Knochen beziehen will: „Des Nachts wird mein Gebein durchbohret allenthalben, und die mich nagen, legen sich nicht schlafen.“ Gegen diese Deutung ist einfach zu sagen, dass es auch andere Erkrankungen giebt, die ihre Schmerzen während der Nacht in der Bettwärme zu steigern pflegen. Ich erinnere nur an die acuten Rheumatosen. Auf diese eine Stelle allein lässt sich also nicht der Schatten eines Beweises gründen für das Vorhanden­gewesensein der Syphilis bei den Juden.

Next

/
Oldalképek
Tartalom