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Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher

30 gleicht er beit Mond mit der Erbe: „Die Erbe wirb einem Menschen auf bem Mond ober auf einem der Sterne als ein himmlischer Körper erscheinen. Den Menschen auf der Erbe erscheint der Mond genau so, wie die Erbe beit Bewohnern des Mondes erscheinen würbe. Die Erbe ist nicht im Mittel­punkt der Sonnenbahn situirt, ebenso wenig in der Mitte des Weltalls. Sie ist in der Mitte ihrer Elemente, welche ihr zu- getheilt und von ihr abhängig sind." Daß derlei Lehren hun­dert Jahre vor der Verurtheilung Galilei's ihrem Urheber den Ruf eines Haeretikers zuzogen, erscheint wohl glaublich und seine Feinde ließen sich diese Handhabe nicht entgehen, um ihm das Leben in Mailand sauer zu machen. Dieß mag einer der Gründe gewesen sein, die ihn veraulaßten, im Jahre 1499 der Stadt Lebewohl zu sagen, wo er durch zehn Jahre angesehen und segensreich gewirkt. Hätte Leonardo alle diese verschiedenen Wissenszweige in beschaulicher Stille in der Muße eines Gelehrtenlebens cultivirt, wir würden ihm unsere Bewunderung nicht versagen. Dieß war aber keineswegs der Fall. Am Hofe der Sforza konnte von Ruhe und Beschaulichkeit nicht die Rede sein, rauschende Feste und pomphafte Aufzüge gehörten zum Lebensbedürfniß des genußsüchtigen Fürsten und des schaulustigen Volkes. Und Leo­nardo war die Seele aller der zahlreichen Festlichkeiten, Bälle, Schaustellungen, wodurch der Sitte der Zeit gemäß jedes wich­tigere Ereigniß öffentlich begangen wurde. Bei jedem solchen Anlaß mußte Leonardo etwas Neues und Ueberraschendes er­sinnen, um die überreizte Sinnlichkeit seines fürstlichen Herrn und die unersättliche Schaulust der Menge zu befriedigen. In­mitten dieses lärmenden Treibens begann Leonardo das Reiter­denkmal (1483) und die Abhandlungen über die Malerei, über Geometrie und Mechanik. Zur Feier der Hochzeit von Gio­vanni Galeas Sforza mit Catherina von Arragonien (1489) veranstaltete Leonardo ein großartiges Schauspiel, welches die (508)

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