Szakcikk gyűjtemény

Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher

20 der bildenden Kunst berühren, nimmt uns Wunder der rege Eifer Leonardo's für die nach unserer heutigen Anschauungsweise dem Künstler fernliegende reine Mathematik und die Mechanik. Zahlreiche Rechnungen und geometrische Figuren in seinen Manuskripten und an den Rändern seiner Skizzenblätter be­weisen, mit welcher Vorliebe er sich mit der Lösung abstrakter mathematischer Probleme abmühte, und sowohl die Algebra als die Geometrie verdanken diesen Bemühungen werthvolle Be­reicherungen. Die Mechanik nannte der Meister geradezu das „Paradies der mathematischen Wissenschaften". Die prächtigen gothischen Dome mit ihren himmelanstreben­den Thürmen bekunden auf's Glänzendste das Geschick der mittelalterlichen Baumeister mechanische Schwierigkeiten zu be­siegen, und auch der Industrie fehlte es in einzelnen Fächern nicht an sinnreichen Maschinen. Als Architekt nun und wegen der schon angedeuteten innigen Beziehung zwischen Kunst und Industrie im Mittelalter, mußte Leonardo wohl vertraut sein mit den mechanischen Hülfsmitteln seiner Zeit. Lesen wir doch mit Staunen, wie er in jugendlichem Eifer sich erbot, den hohen Thurm der Kirche S. Giovanni in Florenz aus seinen Grundfesten zu heben, und dem reißenden Arno ein bequem schiffbares Bett zu graben. Trotz ähnlicher bewundernswerther Leistungen unternehmender Männer wurde während des ganzen Mittelalters die Mechanik nach handwerksmäßiger Ueberlieferung betrieben, und um ihre wissenschaftliche Begründung kümmerte sich Niemand. Das Verständniß für die von Archimedes be­reits gelösten Grundprobleme der Mechanik und Hydrostatik war im Mittelalter völlig erloschen. Das Verdienst eine ratio­nelle Behandlung mechanischer Aufgaben wieder angebahnt und die richtigen Ansichten über die einfachen Maschinen 100 Jahre vor Stevinus klar dargelegt zu haben, gebührt unstreitig Leonardo^). Immer tiefer eindringend in den Geist der Mechanik fand Leonardo die Gesetze der Trägheit und der Bewegung, und legte damit (498)

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