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Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher

15 Abbildungen, eines wichtigen Hülfsmittels anatomischen Stu­diums nicht weiter befremden. Die ersten Versuche in dieser Richtung überhaupt verdanken wir Johannes de Ketham, einem deutschen, zu Ende des 15. Jahrhunderts in Italien lebenden Arzte, der eine umfangreiche Sammlung damals gangbarer medicinischer Schriften herausgab und mit zahlreichen Holz­schnitten nach oberitalienischer Kunstweise, namentlich der Man- tegnas, ausstattete. Diese Abbildungen wurden nach der tra­ditionellen irrthümlichen Ueberlieferung angefertigt, und aus einer solchen schematischen Zeichnung von Magnus Hundt (Pro­fessor der Medicin an der Universität in Leipzig 1501) sehen wir mit Staunen, welche geradezu abenteuerlichen Vorstellungen von der Lage und Form der menschlichen Eingeweide noch am Beginn des 16. Jahrhunderts unter den Aerzten gang und gebe waren. Die großen Künstler des Cinquecento mußten also selbst Hand anlegen und die Anatomie, die sie so dringend benöthig- ten, mit schaffen helfen. Leonardo vor allem empfand bei dem Bestreben die unerschöpfliche Fülle seiner Gedanken und Empfin­dungen in der Menschengestalt zu verkörpern, den Abgang an anatomischen Kenntnissen und wußte wie keiner diesem Mangel durch eigene Arbeit abzuhelfen. Es gab keine Anatomie, aber Leonardo war ganz der Mann eine solche zu schaffen. In Marc Antonio della Tőrre, der, einer lombardischen Fürstenfamilie entsprossen, als Jüngling schon eine medicinische Schule in Pavia gegründet hatte, fand Leonardo bei diesen Bemühungen einen entgegenkommenden Geist. Unbefriedigt von den tradi­tionellen Jrrthümern des Mondino und der Thieranatomie des Galenus ging Marc Antonio bei der Natur selbst in die Lehre, und zergliederte zahlreiche Leichen. Eine Reihe herrlicher ana­tomischer Zeichnungen von Leonardo's Hand, die Früchte dieser gemeinsamen Studien, setzen den beiden genialen Männern ein unvergängliches Denkmal als Schöpfer der bildlichen Anatomie6). (493) i

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