Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)
Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - I. Normale Formen
90 dunklen und stinkenden Stühlen. Bei einigen Kranken zeigen sich umschriebene Hautentzündungen, die schnell in Verschwärung übergehen} an verschiedenen Stellen des Körpers. Das Fieber besteht noch längere Zeit fort, nicht selten mit einem heetischen Anstriche; die brandigen Parthieen des Uterus, zumal des Muttermundes stossen sich ab, der dünne, jauchige Ausfluss wird consistenter und eiterig, der Durchfall hört auf, die Geschwüre in der Scheide und auf der Haut reinigen sich und vernarben, selten jedoch kehrt noch die Milehsecretion zurück. Die Kranken erholen sich gewöhnlich sehr langsam. §. 71. Die ausgeprägt asthenischen Formen endigen fast immer mit dem Tode, bisweilen schon nach 30stiindiger Krankhcitsdauer, in der Regel jedoch erst zwischen dem 2. und 6. Tage. Das Fieber dauert mit Heftigkeit fort, aber die Energie des Pulses sinkt mehr und mehr. Die Schmerzen im Leibe haben aufgehört, oder stellen sich nach vorübergehender Ruhe kurz vor dem Tode wieder ein, oft werden sie nur durch tieferen Druck geweckt; der Leib ist natürlich oder aufgetrieben, aber weich und elastisch. Das Gesicht ist blass und eingefallen, nur auf den Wangen erscheint ein dunkelro- ther Fleck. Die Kranken klagen über nichts, ausser über Schwäche, liegen nachlässig auf dem Rücken, seufzen oft tief, sind gleichgültig gegen Alles um sie her, weinen viel; der Puls wird immer kleiner, die Kräfte sinken immer mehr und so schlummern die Armen still oder unter leichten Zuckungen ein. Einige Kranke bekommen Zeichen einer Congestion zum Kopfe, sie werden unruhig, sprechen viel und hastig, wollen beständig entfliehen und unter furibunden Delirien erfolgt schnell der Tod. Die Section ergiebt nur selten bedeutendere sichtbare Veränderungen im Gehirne. Andere, bei denen die Bronchialschleimhaut hervorstechend leidet, gehen suflocativ zu Grunde. Koch Andere werden , zumal wenn gleichzeitig eine Peritonäalentzündung besteht, durch ein unablässiges, schmerzhaftes, grünspan- oder chocoladefarbiges Erbrechen mit stürmischer Diarrhoe gequält; den Ausdruck der Angst im Gesichte, mit bläulichen Lippen,