Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)

Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - I. Normale Formen

58 meist kleienartigc Abschuppung· stellt sich ein. Das Erythem breitet sich allmälich oft über beträchtliche Strecken aus, oder es werden verschiedene Hautsteilen nach einander, nicht selten in symmetrischer Reihenfolge befallen. Bisweilen tritt das Ery­them plötzlich zurück und erscheint an einer anderen Gegend des Körpers. Dem Ausbruche im Gesichte gehen öfters hef­tige Kopfschmerzen, selbst Delirien vorher. In anderen Fällen begleitet denselben schon frühzeitig ein comatöser Zustand, ohne dass die Section eine wesentliche Veränderung im Gehirne nach­weist. In der Regel ist jedoch der Ausgang günstig und kri­tische Ausscheidungen durch, die Secretionsorganc gehen neben dem Erytheme her. §. 44. Sehr häufig kommen Metastasen im Zellgewebe unter der Haut und zwischen den Muskeln vor, namentlich an den unteren Extremitäten. Das Uebel erscheint unter verschie­denen durch Zwischenformen mehrfach in einander übergehen­den Gestalten. Bisweilen entsteht langsam eine ödematöse Anschwellung gewöhnlich beider unterer Extremitäten, die von den Knöcheln beginnt, sich nicht selten aufwärts über den ganzen Körper verbreitet und einen bedeutenden Grad erreicht. Die Geschwulst ist schmerzlos, hat ein weisses, glänzendes Ansehen und lässt sich teigig anfühlen. Das begleitende Fieber ist gering und meistens erfolgt Genesung. Nach mehrtägigem Bestehen de- tuniescirt die Anschwellung unter häufigem, reichlichem Abgänge eines wässerigen Urines allmälich in umgekehrter Ordnung, wie sie entstanden war. In anderen Fällen ist die Exsudation begränzter, aber ge­schieht rasch und in bedeutender Menge und ruft dadurch eine reactionäre Entzündung des Zellgewebes und der Haut hervor. Alsdann bildet sich unter verstärktem Fieber und heftigen reissenden Schmerzen eine lebhaft geröthete, feste, unnachgie­bige , sehr empfindliche Geschwulst, die gewöhnlich am Ober­schenkel ihren Anfang nimmt und sich schnell meist über den ganzen Schenkel ausbreitet. Der Umfang desselben ist nicht selten bis auf das Doppelte vermehrt. Allmälich lassen das Fieber und die Schmerzen nach, die Rothe verblasst, während die schmerzlose, weisse, teigige Anschwellung noch Wo-

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