Grosse, Johannes dr.: Ignaz Philipp Semmelweis, der Entdecker der Ursache des Kindbett-Fiebers (Leipzig-Wien, 1898)

Dritter theil. Seine Anerkennung nach dem Tode

DRITTES KAPITEL. Seine Anerkennung auf dem VIII. internationalen Congresse für Hygiene und Demographie zu Pest. Als im September 1894 der VIII. internationale Congress für Hygiene und Demographie zu Pest tagte, hielt Professor Ferdinand Hueppe aus Prag am 2. September unter dem Vor­sitze von Professor Dr. von Kézmárszky35) im Sitzungssaale der k. ungarischen Akademie der Wissenschaften eine Festrede, in welcher er mit Recht Semmelweis neben Jenner und Lister stellte. Ferdinand Hueppe, Delegirter des k. k. Unterrichts­ministeriums zu Prag, erklärte in seiner Rede, dass die Vor­schläge von Semmelweis weit Uber das Bedürfniss seines Sonder­faches hinausgehen, dass man gezwungen sei, ihn als den wahren seiner Zeit weit vorausgeeilten Begründer auch der aseptischen Wundbehandlung anzuerkennen. Der Antisepsis als Regel sei allmählich der Boden ent­zogen worden, und alle operativen Zweige der Medicin hätten sich in der Zeit etwa zwischen 1883—86 der aseptischen Me­thode zugewandt. Nach dieser Auffassung sei der gesunde Körper grund­sätzlich als aseptisch aufzufassen und dem Schutze seiner nor­malen Kräfte zu überlassen, dagegen seien der Operateur, seine Hände, seine Instrumente, sein Verbandmaterial grundsätzlich als septisch zu betrachten und entsprechend vorzubehandeln. Wenn auch in manchen Einzelheiten dieser Art Semmel­weis überholt sei, so seien es doch gerade seine einfachen vor 3J) Director der ersten gynäkologischen Klinik der k. Universität zu Pest. Grosse: I. Ph. Semmelweis. 4

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