Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)

Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber

28 wenigstens beym pulpösen Hospital-Brand wahrneh­men. Die Typhen sind stets von Fieber begleitet, welches aber keine Neigung zu Intermissionen zeigt, auch weifs ich nicht, ob nicht etwa bey einer Reihe von Wechselfiebern der typhöse Prozefs die Basis der Krankheit bildet. Die Carbunkeln scheinen auch dem typhösen Prozefs nicht fremd, denn die Car- bunkel- oder Bubonen - Pest ist ein höchst ent­wickelter Typhus. Die Typhen sind in der Regel von einer starken Narcose begleitet, welche Folge des auf das Cerebral-System wirkenden Krankheits­giftes ist, und durch Neutralisirung desselben z. B. durch Dämpfe von Chlor oder Salpeter - Säure oft schnell beseitigt werden kann, aber auch wieder­kehrt, wenn die Einwirkung der Säuren nachläfst. Die Erzeugung des Typhus - Miasma wird zwar durch die erysipelatose Luftconstitution sehr begün­stigt, namentlich aber wird es durch thierische Efluvien gebildet, z. B. durch schlecht versorgte Gräber, wie in Aegypten, wo freilich auch noch an­dere Einflüsse Platz greifen, und durch die Ausdün­stungen vieler eng zusammengedrängter Menschen, be­sonders wenn noch deprimirende Gemüthsbewegungen auf dieselben einwirken, und anderweitige krankhafte Ausscheidungen zur Verderhnifs der Luft beytragen; wie z. B. eiternde Wunden. Man hat in der Regel angenommen, dafs Ueberladung der Luft mit Kohlen­säure die nächste Ursache bey der Erzeugung des typhösen Krankheitsgiftes sey, allein der Kohlen­stoff scheint nur indirect mitzuwirken, was ich schon daraus schliefse, da nach allen Beobachtungen und

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