Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
23 welche bey Erwachsenen, wie bey Kindern Vorkommen, bey letzteren aber eigentümlich modifizirt erscheinen. Wenden wir diese ganz richtige Unterscheidung auch auf das Kindbettfieber, oder, wie sich schon Kirkland, Butter, Beyerhofer u. a. ausdrückten, auf die Kindbettfieber an, und untersuchen wir, welche derselben als Wochenbett- Krankheiten, und welche als Krankheiten der Wöchnerinnen betrachtet werden dürfen. §. 6. Um den Leser in die Möglichkeit zu versetzen, mich zu verstehen, mufs ich hier eine Episode einschalten. Ich erblicke nämlich im Gebiete der Pathologie zwei Purankheits - Familien, von denen ich die eine die Familie der Pyren, die andere die Familie der Typhen nenne. Da ich eine ausführliche Darstellung dieser Krankheits - Familien ohnediefs demnächst dem Druck übergeben werde, so beschränke ich mich hier auf die möglichst kurze Characteristik derselben. l) Die Pyren. Das ihnen zu Grund liegende Krankheitsgift ist saurer Natur, ein Hydro-Carbon- Oxyd oder ein Oxycarbon - Hydrür. Das Blut nähert sich bei dieser Krankheit etwas dem synochalen Blut, doch ist die gebildete Speckhaut selten fest und derb, sondern mehr gallertartig, zuweilen kleisterartig. Das Blut und das vegetative Nervensystem sind die zuerst ergriffenen Theile des Organismus und werden durch die miasmatische Infection eben so die