Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
21 erkennen, warum die Krankheits - Producte im Wo* chenbett so reich an Eystoff, Faserstoff und Gallerte sind, da die aussergewöhnliche Plasticität zum Theil noch fortbesteht. Endlich ist es wohl leicht zu erklären, warum bey allen Puerperal - Fiebern das Bauchfell in Mitleidenschaft gezogen wird, und zwar mehr als bey ähnlichen Krankheiten ausser dem Wochenbette der Fall ist, weil dasselbe durch den plötzlich nach der Entbindung nachlassenden Druck, welchen der Uterus während der Schwangerschaft auf dasselbe übte, in einem besondern Zustand von Aufregung versetzt zu sein scheint, und noch übcr- diefs an dem zu dieser Zeit bestehenden regeren Bildungstrieb sämmtlicher Unterleibs - Organe gewiis entschiedenen Antheil hat. Darin aber besteht gerade die Modification, die manche Krankheiten während des Wochenbetts erleiden, dafs das Bauchfell entschiedenen Antheil am Krankheksprozesse nimmt, und dafs die Ergiefsungen häufiger, beträchtlicher und an Gerinnstoff reicher sind, worauf wir übrigens weiter unten zurückkommen werden. §. 5. Wenn ich bisher gezeigt zu haben glaube, in wiefern der Zustand des Wochenbetts zum Erkranken überhaupt und zu den sogenannten Kindbettfiebern besonders prädisponire, wenn ich dabey die Bedeutung der Wochensecretionen gewürdigt habe, und zugebe, dafs deren Störung Nachtheil bringen könne, so bin ich anderseits weit entfernt, den Ursprung der Kindbettfieber in einer solchen Störung der Wo-