Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

II. Teil. Über den Wert der Intubation bei sonstigen mit Stenose der oberen Luftwege einhergehenden Erkrankungen

174 Über den Wert der Intubation bei sonstigen Stenosen. bänder. 35jährige Frau. Trug 2 Jahre lang die Kanüle. Gewaltsame Dilatation von der Trachealfistel aus und darauffolgend Intubation. Nach einigen Wochen wird aus den Stimmbändern je ein Stückchen excidiert und darauf methodische Intubation vorgenommen. Heilung. 9. Perichondritis luetica, arytänoideale Anchylose. 35- jährige Frau. Seit 6% Monaten Dyspnoe. Intubation 6 Tage lang. Nach 9 Monaten neuerlich bedrohliche Dyspnoe; hierauf Intubation 4 Tage lang. Heilung. 10. Chronische luetische Striktur, beiderseitige Abduc­torenlähmung. 26jährige Frau. Seit 2 Jahren zeitweise schwerere Atembeschwerden. Seit 56 Stunden sich rasch steigernde Dyspnoe, die auf Intubation schwindet. Dauer der Tubenlage 16 Stunden. Nicht lange darauf akute Lungenentzündung mit tödlichem Ausgang. Nach der Mitteilung der Indikationen Leffert s und schematischen Aus­zügen seiner grundlegenden Heilversuche kann ich von einer Beschreibung der in der Literatur publizierten übrigen Fälle absehen und füge nur noch zwei Fälle aus meiner eigenen Beobachtung hinzu, die gleichfalls den hervorragenden therapeutischen Wert des O'Dwyer sehen Verfahrens in der operativen Behandlung der luetischen Stenose gut erkennen lassen. 1. Fall1). P. K., 14jähriges Mädchen, wurde am 23. September 1892 in das Kinderspital aufgenommen. Husten und Heiserkeit seit 5 Jahren. Vor 2 Jahren stand das Kind wegen Atembeschwerden und Heiserkeit in laryngologischer Behandlung; zu jener Zeit machte es auch eine Diphtherie mit nachfolgender Lähmung mit. Seither waren die Beschwerden, Atmungsschwierigkeiten und Heiserkeit bald größer, bald geringer. Seit 10 Tagen ärgere Atmungsbeschwerden, seit 3 Tagen zeitweise Erstickungs­anfälle: die Stimme ist dumpf, der Husten heiser. Zwecks baldigster Vornahme eines operativen Eingriffes wird das Kind vom behandelnden Arzt dem Spitale über­wiesen. Ziemlich gut entwickeltes und ernährtes Mädchen. Innere Organe gesund. Rechts auf der Stirn auf ungefähr zweimarkstückgroßem Gebiete eine umschriebene Anschwellung der Haut, keine Farbenveränderung; in der Mitte dieser Anschwellung eine x/2 cm tiefe narbige Einziehung, um die Anschwellung herum ist am Stirnbein ein ringförmiger Knochenwall zu fühlen. Am linken Unterschenkel, am oberen Drittel vorn, erscheinen wie Silber glänzende, stellen­weise mit dem Knochen zusammenhängende unregel­mäßig geformte Narben; in ähnlicher Ausdehnung sind solche auch am vorderen oberen Drittel des rechten Unterschenkels zu sehen. Die Drüsen sind nicht infil­triert. Die Stimme des Mädchens ist heiser, die Atmung bedeutend erschwert, laut, von scrobiculären Einziehungen begleitet. Laryngoskopischer Befund: Rachen und Kehlkopf normal. Dem zweiten und dritten Trachealringe ent­sprechend ist rötliches circuläres Narbengewebe zu sehen, das fast den ganzen Luftröhreneingang verstellt und bloß in der Mitte eine etwa 6 mm lange und 2—3 mm breite halbmondförmige Spalte freiläßt. Bei der Ex­spiration bleiben die Narbenränder imbeweglich, bei der Inspiration berühren sie sich jedoch zuweilen. Diagnose: Stenosis trachealis chronica luetica (Fig. 89). Unter den zu Gebote stehenden Maßnahmen sah ich in erster Linie die Intubation für angezeigt, ging jedoch dabei mit der größten Vorsicht zu Werke und hielt alles x) Diese Spitalsbeobachtung wurde bereits im Jahre 1893 vom Dozenten E. Baumgarten, ordinierendem Arzte des Stefanie-Kinderspitals, publiziert. Fig. 89.

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