Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

schritt auf diesem Gebiete nicht zu verkennen ist. In allen diesen Fällen 1st die Laryngofission und Durchschneidung der Narbe als vor­bereitende Operation unerläßlich notwendig; nach dieser können wir verschiedene Methoden anwenden, und zwar: a) methodische In­tubation mit den gewöhnlichen O'Dwyer-Tuben; b) Erweiterung mit Schröttersehen Röhren oder Bougies, mit letzteren auf bucco- laryngealem Weg oder in retrograder Richtung1); c) nach Exstirpation der Narbe Transplantation nach Thiersch zur Epithelisierung der Schleimhautdefekte; und schließlich d) Re­sektion der narbigen Partie der Luftwege, wonach die Ver­einigung der zurückgebliebenen Kehlkopf- und Luftröhren­stümpfe durch Naht folgt. a) Methodische Intubation nach Laryngofission und Narbendurchtrennung. Von sämtlichen mir bisher bekannten sechs geheilten Fällen ge­wannen vier ihre volle Gesundheit zurück (mein erster und zweiter Fall, je ein Fall von Ganghofner und Hagenbach). Die Heilung war in allen vier Fällen eine sozusagen vollkommene: mehr oder minder reine Stimme, völlig freies Atmen, und selbst nach Jahren trat in keinem Fall eine Rezidive ein; die Behandlung dauerte monatelang (1% Jahre und 160 Tage bei meinen zwei Fällen, % Jahr im Fall von Gang­hofner und 2 y2 Jahre in dem Hagenbach s); die Laryngofission wurde in einem meiner Fälle und in Ganghofner s Falle wiederholt not­wendig. Nach alldem steht die Behauptung von Trumpp (1900) nicht zu Recht, daß „wirklich brauchbare Resultate bis jetzt . . . nicht erzielt worden sind, die Patienten mußten noch immer mit der Trachealkanüle entlassen werden.“ In meinem dritten Falle (siehe S. 155) bin ich gleichfalls nach derselben Methode vorgegangen, doch konnte ich, wie erwähnt, bloß ein halbes Resultat erreichen, obwohl der Knabe seit Jahren ohne Tube und Kanüle atmet (Fig. 83). b) Nach Laryngofission und Durchtrennung der Narbe Erweiterung mit Schrötter sehen Röhren, Bougies oder er­weiternden (Schornstein-) Kanülen. Mit Hilfe dieses Verfahrens heilte ein Fall von Wieland-Hagenbach. Bei dem 4% jährigen Mädchen schnitt Professor Socin (Basel) die Narbe nach vorhergegangener Laryngofission heraus und wendete eine Schorn­steinkanüle an. Die Heilung erfolgte nach 4% jähriger mühevoller Be­handlung. c) Transplantation nach Thiersch, nach der Laryngofission und Narbendurchtrennung. Diese geniale Methode wurde zuerst von Ger suny (1895) im Falle Galattis versucht, jedoch ohne Erfolg. Der erste auf diese Art vollkommen geheilte Fall entstammt der Beobachtung von Alapi (Budapest). Unser vierter Fall heilte gleichfalls unter Anwendung dieser Methode, und auch 166 Die 0 Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphtherischen Larynx-Stenose. 1) In diese Gruppe sind auch jene Fälle einzureihen, wo neben den Schrötter- schen Röhrchen, oder ohne diese die Dilatationskanüle von Schrötter-Störk oder die Schornsteinkanüle nach Schimmelbusch oder Trendelenburg verwendet wurden.

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