Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 5. kötet
Függelék - III. Az iratok tartalmi kivonata és mutatója (Inhaltliche Kurzfassung und Verzeichnis der Dokumente)
Mussolini Molotow jene Gesichtspunkte mitgeteilt, nach denen Italien seine südosteuropäische Politik ausrichtet; er betonte, daß Italien Wert darauflegt, daß die Gebietsansprüche von Ungarn und Bulgarien friedlich ausgeglichen werden. Molotow wies nachdrücklich auf die rechtmäßigen und dringend zu lösenden Gebietsansprüche der Sowjetunion Bessarabien betreffend hin; nach Meinung von Rosso wird die sowjetische Regierung demnächst einen Versuch unternehmen, die bessarabische Frage auf diplomatischem Wege zu lösen; von deutscher Seite wird man dem wahrscheinlich keinen Widerstand entgegensetzen. 198 85. 21. 6. 1940 Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in Rom an den Außenminister Rom Bei seinen Beratungen mit Hitler habe Ciano in München beste Eindrücke gewonnen; nach seiner Meinung werden die Achsenmächte sofort nach dem Waffenstillstand England angreifen, wenn dies den Krieg fortsetzen wolle; von Ungarn sei in München nicht die Rede gewesen; angebliche Truppenkonzentrationen der Sowjetunion nehme er nicht ernst, auch glaube er nicht, daß die Sowjetunion Angriflfspläne habe. 199 86. 21. 6. 1940 Chiffretelegramm des Außenministers un den ungarischen Gesandten in Berlin Budapest Der Gesandte solle die Aufmerksamkeit des Staatssekretärs im Außenministerium darauf lenken, daß die rumänische Presse eine Kampagne gegen Ungarn eingeleitet habe, weil dies zusammen mit dem Vertrag von Versailles auch den Friedensvertrag von Trianon verurteile. Im Hinblick auf die südosteuropäischen Interessen der Achsenmächte weise gegenwärtig nur das Morgenblatt des Pester Lloyd den Angriff der rumänischen Presse zurück; aber wenn dies weiter so gehe, könne man die kurz abfertigende Haltung nicht aufrechterhalten. 199 87. 21. 6. 1940 Bericht des ungarischen Gesandten in Berlin an den Außenminister Berlin Der Gesandte legt seine Informationen über die französischen Waffenstillstandsverhandlungen dar; nach Weizsäckers Meinung möchte die Sowjetunion ihre Gebietsprobleme auf dem Baltikum regeln, aber er habe keine Nachrichten darüber, daß es ähnliche Zielsetzungen gegenüber Finnland und dem Balkan gäbe; Sztójay gab seinem Standpunkt zu der weiteren Entwicklung des Krieges Ausdruck und lenkte Weizsäckers Aufmerksamkeit auf den hartnäckigen Standpunkt des rumänischen Außenministers in der Frage der ungarischen Minderheiten. 200 88. 21. 6. 1940 Bericht des ungarischen Gesandten in Berlin an den Außenminister Berlin Unter Hinweis auf das Dokument Nr. 78 macht Sztójay neuerlich auf die Tatsache aufmerksam, daß in Berlin Vorbereitungen zur Neuordnung im Gange sind und daß er es für notwendig halte, die ungarischen Ansprüche in entsprechender Form zu unterbreiten. 202 89. 22. 6. 1940 Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in Ankara an den AußenminiAnkara ster Der Botschafter der Sowjetunion in Ankara brachte die zweideutige Haltung der Türkei zur Sprache, die er darin sehe, daß die türkische Regierung den englisch-französisch-türkischen Vertrag nicht entschieden liquidiert habe; Máriássy habe den Eindruck gewonnen, daß die Sowjetunion eine eventuelle deutsch-italienisch-türkische Annäherung nach Kündigung des Vertrages befürchte, was den Achsenmächten eine Vorzugsstellung in Südosteuropa und in den Meerengen einräumen würde; nach der offiziellen Erklärung des türkischen Generalstabschefs wird sich die Türkei jeder Initiative eines Angriffs enthalten, gewisse militärische Maßnahmen aber im Hinblick auf die eventuellen von Süden oder Norden drohenden Gefahren ergreifen. 204 1299