Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet

Függelék - VI. Inhalt der Aktenstücke

573. 22. 10. 1938 Budapest 363. 18. 9. 1938 London 364. 19. 9. 1938 Budapest 365. 19. 9. 1938 London 366. 19. 9. 1938 Belgrád Tagesbericht über die Unterredung zwischen dem französischen Gesandten in Budapest, Maugras und Außenminister Kánya Kánya teilt dem französischen Gesandten mit, wie Nachrichten besagen, sollen die von Deutschen bewohnten Gebiete der Tsche­choslowakei nicht auf Grund einer Volksabstimmung, sondern ohne weiteres an Deutschland abgegeben werden. Ohne eine Lösung der Frage der ungarischen und der anderen Minderheiten in der Tsche­choslowakei, sei die Ordnung im Donaubecken nicht gewährleistet; für die Konsequenzen übernehme die ungarische Regierung keine Verantwortung; in der ungarischen Öffentlichkeit würden sich bereits Zeichen der Empörung bemerkbar machen. Bericht des ungarischen Gesandten in London an den Außenminister Der Gesandte hat Cadogan erklärt, die ungarische Regierung wünsche für die ungarische Minderheit in der Tschechoslowakei die gleiche Beurteilung und die gleichen Rechte, wie sie die deutsche Minderheit erhält. Er begründete diesen Wunsch der ungarischen Regierung und führte weiter aus, sollte dies nicht geschehen, würde die ungarische Regierung für die Folgen jede Verantwortung ableh­nen. Cadogan nahm dies zur Kenntnis und gab dem ungarischen Standpunkt im Prinzip recht, legte dann aber dar, wenn die Wünsche aller Minderheiten erfüllt würden, könnte das in allen Staaten der Welt zu Minderheitenforderungen führen, im konkreten Falle aber würde die Tschechoslowakei als Staat auseinanderbrechen. — Der Gesandte argumentierte mit den Fehlern des Friedensvertrages und unterstrich die friedlichen Absichten der ungarischen Regie­rung. Chiffretelegramm des Außenministers an den ungarischen Gesandten in Warschau Die ungarische Regierung ist bereit, mit den Polen Verhandlungen über ein politisches Bündnis — unabhängig von einem militä­rischen — zu beginnen. Die Slowaken glauben, daß sie ihre Auto­nomie innerhalb des tschechoslowakischen Staates sichern können. Der Außenminister ersucht um weitere nachdrückliche Hinweise, damit sich die Slowaken für Ungarn entscheiden. Bei einer polni­schen Garantie der slowakischen Autonomie ist Vorsicht geboten. Telefonisch übermitteltes Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in London an den Außenminister Der Vermittler hat Chamberlain das Memorandum übergeben. Chamberlain äußerte sich für Ungarn beruhigend und empfahl weiterhin eine friedliche und ruhige Haltung. Wie der Vermittler berichtet, beabsichtigt Chamberlain Ungarn zu unterstützen. Bericht des ungarischen Gesandten in Belgrad an den Außenminister Jugoslawiens Haltung im Falle eines deutsch —tschechoslowakischen Konfliktes: im Falle eines lokalisierten deutsch —tschechoslowa­kischen Krieges bleibt Jugoslawien neutral; bei einem isolierten ungarischen Angriff wird es sich einmischen; greift sowohl Deutsch­land wie Ungarn an, wird es versuchen, Neutralität zu bewahren. Die allgemeine Stimmung ist in Frankreich und in der Tschechoslowakei freundlich gesinnt; die diktatorischen Systeme haben viele Geg­ner; die Armee ist für den Krieg; im Hinblick auf die Bündnistreue besteht ein Ehrenkomplex; da man ähnliche Forderungen der eigenen Minderheiten befürchtet, wird die Frage der Volksabstim­mung nicht gern gesehen. Stojadinovic' Lage ist gefestigt, würde aber, wenn sich Jugoslawien bei einem ungarischen Angriff auf die Tschechoslowakei nicht einmischt, ins Wanken geraten. Der Gesandte schlägt eine ungarische Aktion erst nach durchschlagen­dem deutschen Erfolg vor. 988

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