Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet
Függelék - VI. Inhalt der Aktenstücke
allem auf ihren Informationen über Zusammenziehung deutscher Truppen an der tschechoslowakischen Grenze. Henderson hat zwei Demarches an die deutsche Regierung gerichtet, in denen die englische Regierung gegen die an der tschechoslowakischen Grenze erfolgten Truppenzusammenziehungen der Deutschen protestiert. Der deutsche Botschafter in Paris ist von Daladier dahingehend unterrichtet worden, Frankreich werde seinen Bündnisverpflichtungen nachkommen, vom französischen Außenminister jedoch hörte er, wenn die Tschechoslowakei nicht mindestens 80% der Wünsche der Minderheiten erfülle, werde Frankreich sich gezwungen sehen, den Bündnisvertrag zu revidieren. 225. 26. 5. 1938 Bericht des ungarischen Gesandten in Belgrad an den Außenminister Belgrad Der polnische Gesandte in Belgrad hat aus seinen Besprechungen mit dem Generalsckratär des Äußeren, den Eindruck gewonnen, als würde sich die jugoslawische Regierung möglichst bald mit der ungarischen Regierung einigen wollen — in dieser Hinsicht habe sie völlig freie Hand — und falls die anderen beiden Staaten der Kleinen Entente mit Ungarn zu keiner Übereinkunft kämen, würde Jugoslawien den mit Ungarn abgeschlossenen Vertrag innerhalb eines halben Jahres in Kraft treten lassen. Die Jugoslawen seien zu weitgehendem Entgegenkommen bereit. 226. 27. 5. 1938 Aufzeichnung über die Unterredung zwischen dem Beauftragten Budapest des deutschen Nachrichtendienstes, Major Pruck und dem Leiter der Abteilung VI/2 im ungarischen Verteidigungsministerium, Andorka Major Pruck ist von Admiral Canaris geschickt worden, um eine Botschaft zu überbringen. Danach will Deutschland die sudetendeutsche Frage auf friedlichen Wege lösen; keinerlei militärische Maßnahmen seien getroffen worden; Henlein habe die englische Regierung über seine englischen Freunde ersucht, auf Prag Druck auszuüben. Henlein halte die Sudetendeutschen fest in seiner Hand. Die Polen erheben Anspruch auf einen Grenzstreif des oberungarischen Gebiets. Deutschland habe keinerlei militärische Verbindungen zu Polen. Major Pruck fragt, ob Ungarn nicht in dieser Hinsicht die Rolle eines Vermittlers übernehmen könne. Die Deutschen rechneten damit, daß Frankreich die Tschechoslowakei militärisch unterstützen wird. England und die Sowjetunion würden vermutlich neutral bleiben. Wenn es nicht gelingen sollte, die Tschechoslowakei beim ersten Ansturm zu zerbrechen, würden sich auch die neutralen Staaten einmischen, was einen europäischen Krieg bedeute. Italien zählen die Deutschen zu den neutralen Staaten; es werde einen Teil der französischen Kräfte binden. 227. 27. 5. 1938 Bericht des ungarischen Gesandten in Rom an den Außenminister Rom Ciano hat mitgeteilt, Mussolini wäre dankbar, wenn Ungarn aus dem Völkerbund austreten würde. Diesem Beispiel würden dann auch andere Staaten folgen. Auf die Bemerkung des ungarischen Gesandten, Ungarn könne jetzt nicht aus dem Völkerbund austreten, weil der Völkerbund für die Minderheitenschutzverträge und die Beschwerden in Minderheitenfragen zuständig sei, antwortete Ciano, bisher habe Ungarn auf diesem Wege auch nichts erreicht und Deutschland und Italien würden zusammen bedeutend stärker 228. 28. 5. 1938 Bericht des Leiters der ungarischen Vertretung beim Völkerbund an Genf den Außenminister Der rumänische Außenminister Comnen hat Mussolini über den italienischen Generalkonsul in Genf ersucht, die Vermittlerrolle zur Vorbereitung einer Übereinkunft zwischen Rumänien und Ungarn zu übernehmen; Mussolini hat das Ersuchen des rumänischen Außenministers zurückgewiesen. 964