Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet
Iratok - I. A Rajna-vidék megszállása és kihatása; Magyarország és a kisantant kapcsolatainak alakulása (1936. március 11—december 23.)
Dem gegenüber ist unser Standpunkt folgender: von einer Begrenzung unserer Ausrüstung und Bewaffnung und von einer äusseren Kontrolle kann natürlich keine Rede sein; noch weniger von einerVerzichtleistung auf unsere Revisionsansprüche. Wir können unseren Stammesbrüdern in den abgetrennten Gebieten nur dann die Seele in Leibe halten, wenn wir ihnen die Hoffnung auf die Revision nicht rauben. In dem Moment, wo sie das Gefühl haben, dass sie das Mutterland verlässt, sind sie für uns seelisch verloren. Da wir praktisch die Gleichberechtigung durchführen, ist eine Deklaration nicht notwendig. Es besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass ein bewaffneter Konflikt zwischen 2 oder 3 europäischen Staaten lokalisierbar wäre. Es ist nicht uninteressant zu erwähnen, dass englische Stimmen mit letzterer Möglichkeit rechnen, d.h. dass die ganze cechoslovakische Frage im Wege eines bewaffneten Eingriffes isoliert gelöst werden kann, ohne dass die Franzosen und die Russen eingreifen würden. Diese Lösung wäre für Ungarn selbstverständlich die angenehmste. Wir können aber unsere Vorbereitungen nicht auf den günstigen Fall zuschneiden, sondern im Gegenteil: auf den ungünstigsten. Der ungünstigste Fall für Ungarn ist der folgende: Der vernünftigste Kriegsplan der kleinen Entente-Armeen wäre, vor allem Ungarn zu überrennen und hiezu, bei vorübergehenderVernachlässigung aller anderen Fronten, das Gros der kleinen Entente-Armeen einzusetzen. Auf diese Art und Weise kann die grosse zahlenmässige Übermacht es leicht bewirken, dass sie in relativ kurzer Zeit das ganze Gebiet Ungarns besetzt, wobei die ganze ungarische Armee vernichtet, oder aber ganz abgedrängt wird. Nur so ist es möglich, dass die drei Armeen der kleinen Entente operativ enge zusammenwirken können und ihrerseits auf der inneren Linie sind. Auch der materielle Ausgleich zwischen den drei kl. EntenteArmeen wäre dadurch wesentlich erleichtert, so dass das Nachschubsproblem, das insbesondere für die jugoslavische Armee ansonsten beinahe unlösbar ist, mit einem Schlage gelöst wird. Wenn daher Ungarn überrannt ist, so können in nicht allzulanger Zeit nach Kriegsausbruch in einer Front von der Adria bis zur deutsch — cechoslovakischen Grenze, rund 80—100 Divisionen stehen. Zu diesen Divisionen sind dann noch jene russischen Streitkräfte zu rechnen, die Russland auf diesem Kriegsschauplatz einsetzen würde. Es ist daher nicht nur das engherzige Interesse Ungarns, dass keinen eigenen Boden der gegnerischen Besetzung preisgeben will, sondern auch das eminente Interesse Deutschlands und Italiens, dass der kleinen Entente verwehrt wird Ungarn zu überrennen. Eine wesentliche Voraussetzung für unseren Erfolg ist, dass Deutschland und Ungarn (eventuell unter Beihilfe Österreichs und Polens) seinerseits die Tschechoslovakei überrennt, und dadurch das Krebsgeschwür Europas aus der Welt schafft. Dadurch würde Ungarn nicht nur eine grosse Rückendeckung erhalten, sondern es würde alle auf diesem Kriegsschauplatz frei werdenden Kräfte und materiellen Mittel an einer anderen Front einsetzen können (eventuell gegen die nunmehr eintreffenden russischen Kräfte). 150