Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet
Iratok - I. A Rajna-vidék megszállása és kihatása; Magyarország és a kisantant kapcsolatainak alakulása (1936. március 11—december 23.)
Truppen rumänisches Gebiet betreten werden. Damit wollen die Rumänen weismachen, dass der Vertrag mit Russland wesentlich verschieden von cechoslovakischen —russischen Vertrag sein wird. Die Sophistik Titulescus ist aber so auf der Hand liegend, dass sie nur derjenige nicht durchschaut, der sie nicht durchschauen will. Es rollt sich von selbst die Frage auf, was für einen Sinn für Rumänien der „Gegenseitige-Hilfeleistungspakt" hat, wenn es den Eintritt der russischen Truppen auf rumänisches Gebiet nicht gestattet? Eine solche Hilfeleistung würde ja nur in einem Fall einen Sinn haben, wenn Rumänien gegen Polen allein Krieg führen würde. Gegenüber jeden anderen Gegner, würde ja die russische Hilfe vollkommen wertlos sein, wenn russische Truppen nicht rum. Gebiet betreten würden. Titulescu soll verlässlichen Nachrichten zu Folge auch die Deklaration abgegeben haben, dass Rumänien den Durchzug von russischen Truppen in dem Fall nicht gestatten würde, und sich auch selbst neutral verhalten würde, wenn die Tschechoslovakei allein mit Deutschland in den Kriegszustand tritt. Ein Eingreifen Rumäniens an Seite der Tschechoslovakei ist nur dann gegeben, wenn auch Ungarn in den Kriegszustand tritt. Das ist auch eine offenkundige Sophistik Titulescus: eine Lokalisierung eines Krieges auf Deutschland und die Tschechoslovakei allein ist ja unmöglich. Es wäre wider die Natur der Dinge, wenn jene Staaten, die mit der Tschechoslovakei abrechnen wollen (in erster Linie Ungarn, aber auch Polen und Österreich) es über sich brächten, einem Konflikt zwischen Deutschland und Tschechoslovakei mit verschränkten Armen zuzusehen. Die Sophistik Titulescus ist also durchsichtig. Belgrad soll einer verlässlichen Meldung zu Folge Bukarest mitgeteilt haben, dass die Serben nichts gegen den Abschluss des russisch—rumänischen Vertrages einzuwenden haben. Krofta soll unlängst (Anfang Juli) erklärt haben, dass die Vereinbarung zwischen Rumänien und Russland deshalb aufgeschoben worden ist, weil ersteres als Bedingung von den Russen forderte, das letzteres schriftlich und decidiert die Annexion Bessarabiens anerkennen solle. Das ist ein Täuschungsmanöver, denn Rumänien erhielt von der Tschechoslovakei eine Anleihe von 300 Millionen Cechokronen zum Ausbau der russ — cech. Bahnlinie über rumänisches Gebiet. Ich hörte von einer Seite, dass gewisse deutsche Kreise der Meinung wären, Italien wollte sich den Russen nähern und sich dadurch von Deutschland entfernen. Ich persönlich halte diese Mutmassung für vollkommen unbegründet. Die Italiener sehen die fernere Zukunft ganz klar in einer Abrechnung mit dem Bolschevismus bezw. dem Panslavismus. Die Italiener sind sich im Klaren darüber, dass die Bevölkerungszunahme der Slaven prozentuell viel höher ist, als die Geburtszunahme der Romanen und Germanen; dass daher in Bälde die Slaven ein zahlenmässiges Übergewicht in Europa erreichen. (Der deutsche Professor Burgdörfer nimmt rechnungsmässig an, dass dieses Verhältnis im Jahre 1960 eintreten wird.) Die Italiener rechnen also mit der grossen Abrechnung gegenüber den Slaven, wobei die europäischen Romanen und Germanen in einem Lager sein müssen, um siegreich zu werden. 148