Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet
Függelék - VI. Inhalt der Aktenstücke
454. 3. 10. 1938 Paris 455. 3. 10. 1938 Budapest 456. 3. 10. 1938 Rom 457. 4. 10. 1938 Budapest 458. 4. 10. 1938 San Sebastian 459. 4. 10. 1938 London 460. 4. 10. 1938 London Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in Paris an den Außenminister Bonnet stimmt mit der ungarischen Regierung darin überein, die direkten ungarisch —tschechoslowakischen Verhandlungen unverzüglich zu beginnen. Wie ersucht, habe die englische Regierung bereits in Prag interveniert. Chiffretelegramm des Außenministers an den ungarischen Gesandten in Belgrad Comnen erklarte, eine neuerliche Feststellung der Gültigkeit des Abkommens von Bled halte er für überflüssig, für ihn stelle es auch weiterhin die beste Möglichkeit für die Entwicklung des ungarischrumänischen Verhältnisses dar. Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in Rom an den Außenminister Mussolini legt großen Wert auf eine gemeinsame ungarisch —polnische Grenze; er rät, Ungarn solle die slowakische Frage nicht offiziell anschneiden; es solle dagegen für eine Volksabstimmung in der Slowakei und für eine gemeinsame ungarisch —polnische Grenze Propaganda treiben. Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in Prag an den Außenminister Der Gesandte wird angewiesen, unverzüglich vom tschechoslowakischen Außenminister Krofta eine Antwort auf die ungarische Note zu erbitten. Er soll darauf verweisen, daß die Bevölkerung, da sie die Münchener Beschlüsse kenne, in Unruhe sei und eine bald mögliche Gebietsregelung erwarte. Chiffretelegramm des ungarischen Geschäftsträgers in San Sebastian an den Außenminister Nach einer Mitteilung des rumänischen Vertreters in San Sebastian, Pangal, hat zunächst Jugoslawien, dann Rumänien der tschechoslowakischen Regierung mitgeteilt, daß sie das Bündnis der Kleinen Entente als aufgehoben betrachten; der rumänische König sei ein Anhänger der ungarisch —rumänischen Freundschaft und halte es nicht einmal für ausgeschlossen, daß die alte Form des siebenbürgischen Fürstentums wiederhergestellt wird. Bericht des ungarischen Gesandten in London an den Außenminister Der Gesandte hat Cadogan dargelegt, mit der Befriedigung der deutschen und polnischen Ansprüche sei die Gefahr eines Weltkrieges behoben, nunmehr sei die Regelung der ungarischen Frage unaufschiebbar. England habe bisher als Schiedsrichter fungiert, wenn es jetzt nicht in der ungarischen Frage auftrete, erwecke es den Anschein, als würde es sich nur vor der deutschen und polnischen Stärke verneigen. Der Gesandte führt die ungarischen Wünsche an. In seiner Antwort führte Cadogan aus, England hätte bereits die Aufmerksamkeit der tschechoslowakischen Regierung auf eine möglichst baldige Lösung der ungarischen Frage gelenkt; die englische Regierung werde — falls es notwendig sein sollte — ihre Unterstützung nicht verweigern; Ungarn solle in seinen Forderungen an die Tschechoslowakei Maß halten. Bericht des ungarischen Gesandten in London an den Außenminister Der Gesandte skizziert Englands Rolle während der tschechoslowakischen Krise. Die englische Außenpolitik war auf die Erhaltung des Friedens unter allen Umständen eingestellt, selbst um den Preis einer Huldigung Hitlers. In dieser Politik wurde Chamberlain von dem Gedanken geleitet, daß ein Weltkrieg neben den großen Verlusten an Menschen und Material außerdem noch zur Bolschewisierung Europas führen könnte. Chamberlains Politik hat eine 1002