Zounuk - A Szolnok Megyei Levéltár Évkönyve 3. (Szolnok, 1988)

TANULMÁNYOK - Nagy Márta: A karcagi görög templom ikonosztázionja / 21. o.

MÁRTA NAGY DIE IKONOSTASE DER GRIECHISCH-ORTHODOXEN KIRCHE IN KARCAG Zur Zeit der türkischen Eroberungen im 16. Jahrhundert kamen griechische Kauf­leute nach Jazygien-Kumanien. Ihre Ansiedlung setzte sich bis ins 17. und 18. Jahrhun­dert fort. Obgleich die ausgewanderten Griechen bestrebt waren, sich den Verhältnis­sen ihres neuen Zuhauses anzupassen, blieb ihre Bindung an ihr Geburtsland ausseror­dentlich stark. Das zeigte sich in der Pflege der Muttersprache und in der strikten Bei­behaltung der alten, orthodoxen Religion. In manchen Orten bedeutete ihnen die Kir­chengemeinde nicht nur eine religiöse Gemeinschaft, sondern sie symbolisierte auch ein Stück Heimat. Die „griechische Diaspora-gemeinde in Jazygien-Kumanien" Hess ihre Kirche in den Jahren von 1794 bis 1800 unter der Leitung des Baumeisters Károly Rábl und nach Plänen von József Jung errichten. Die Innendekoration, die Ikonostase, wurde laut einer griechischen Aufschrift im Jahre 1811 fertiggestellt. In 7 Reihen sind 58 Ikonen angebracht, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament darstellen. Die Deesis und die Festkreise fehlen an der Ikonenwand. Die Ikonen stammen von der Hand zweier Meister, die vermutlich griechischer Abstam­mung waren. Einer der beiden hielt sich stärker an die orientalischen Traditionen: Unter Verwendung barocker Elemente schuf er ikonenartige Kompositionen. Der an­dere Meister entwarf seine Werke im Geiste des abendländischen Barock. Beide richte­ten sich aber streng nach einer einheitlichen Konzeption und ordneten jede einzelne Komposition der Idee unter, die mit der gesamten Ikonostase zum Ausdruck gebracht werden soll. Im Unterschied zu den barocken Bilderwänden anderer Kirchen zerfällt die Ikonostase in Karcag nicht in Einzelkompositionen. Die Gestaltung der Ikonen wirkt sehr ausgewogen, auch die Wand selbst fügt sich harmonisch in das Kircheninnere ein. Der Bildschnitzer kam aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Holzschnitzerwerkstatt des Miklós Jankovics in Eger. 50

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