Zounuk - A Szolnok Megyei Levéltár Évkönyve 3. (Szolnok, 1988)

TANULMÁNYOK - Kiss Kálmánné: Az értelmiség szerepe 1918-19-ben Kisújszálláson / 147. o.

FRAU K. KISS DIE ROLLE DER INTELLIGENZ IN DEN JAHREN 1918/19 IN KISÚJSZÁLLÁS Nach einer Einführung, die sich mit dem Begriff Intelligenz sowie mit ihrer da­maligen und heutigen Position innerhalb der Gesellschaft beschäftigt, stellt die Ab­handlung dar, welchen Weg die fähigsten Vertreter der Intelligenz in einer Kleinstadt der Tiefebene, in Kisújszállás, von der Jahrhundertwende bis zum März 1919, der Geburt der ersten ungarischen Arbeitermacht, gegangen sind. Die vorwiegend aus dem Volke stammenden Intellektuellen stellten ihr Wissen in den Dienst der Unterdrückten und waren sich ihrer Verantwortung ihnen gegenüber bewusst, wodurch sie zu anerkannten Führern werden konnten. Schon vor den Revo­lutionen beschäftigten sie sich mit sozialen Fragen, sie organisierten populärwissen­schaftliche Vorträge, gründeten eine Gewerkschaft, und sie wurden zum Teil Mitglie­der der Ortsorganisation der Sozialdemokratischen Partei. Im Februar 1919 gründeten sie ein sog. „Volksbüro" und wurden Mitglieder des im März gebildeten Volksrates. An den Fronten des ersten Weltkrieges und in der russischen Kriegsgefangenschaft formte sich ihr Weltbild durch weitere Einflüsse. Bei der Massenkundgebung am 15. März 1919 traten sie als tonangebende Redner auf. Die Nachricht vom Ausruf der Unga­rischen Räterepublik brachte der Gymnasiallehrer József Fejér aus Budapest mit. Er war der Redner der politischen Kundgebung am 22. März, Vorsitzender der Kisújszál­láser Partei-organisation der Sozialistischen Partei Ungarns und später Vorsitzender des revolutionären Abgeordnetenrates sowie Vorsitzender des am 25. Mai gewählten fünf­köpfigen Direktoriums des Abgeordnetenrates. Jene Lehrer, Anwälte und Beamten waren die Redakteure der Kisújszálláser Ro­ten Zeitung, die Organisatoren des Revolutionsgerichts und der Roten Wache; die Rä­tewahlen im April zeigen, dass sie wahrhaftig das Vertrauen der ärmsten Volksschich­ten verdient hatten. Die Grundschul- und Gymnasiallehrer bemühten sich um das Zustandekommen einer neuen, sozialistischen Schule, um die sozialistische Erziehung des Menschen, sie verkündeten die Notwendigkeit der demokratischen Verteilung der wirtschaftlichen und geistigen Güter, und sie verbreiteten die neue Weltanschauung durch Bücher und Vorträge. Sie organisierten das Ortsorgan des Verbandes der Ungarischen Kommunis­tischen Arbeiterjugend. Begeistert bereiteten sie das erste freie Fest zum 1. Mai vor, doch am 29. April zogen bereits die rumänischen Interventionstruppen in der Stadt ein. Nach der Niederwerfung der Räterepublik waren die Kisújszálláser Führer der Arbeitermacht, unter ihnen auch die fortschrittlichsten Intellektuellen, schweren Ver­166

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