Zounuk - A Szolnok Megyei Levéltár Évkönyve 3. (Szolnok, 1988)
TANULMÁNYOK - Soós László: A Jászkun Kerület önálló iparosainak és kereskedőinek szakmák és települések szerinti tagolódása 1874-ben / 123. o.
LÁSZLÓ SOÓS DIE AUFGLIEDERUNG DER SELBSTÄNDIGEN GEWERBETREIBENDEN UND HÄNDLER DES JAZYGISCH-KUMANISCHEN VERWALTUNGSBEZIRKES NACH BERUFEN UND SIEDLUNGEN IM JAHRE 1894 In den Jahren nach der Entstehung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie waren die ungarischen Regierungen zunehmend darum bemüht, die industrielle Entwicklung im Lande durch staatliche Unterstützung zu begünstigen. Dabei konnten sie sich auf das Kameralnetz stützen, das im Jahre 1850 auf dem gesamten Territorium des Habsburgerreiches ausgebaut worden war. Die Angaben der Gewerbestatistik, welche die ungarischen Kammern 1872 anfertigten, wichen wesentlich von den entsprechenden Ergebnissen der Volkszählung von 1870 ab. Daher wies das Ministerium für Landwirtschaft, Industrie und Handel die Kammern an, anhand der Steuerlisten von 1874 ein Namenverzeichnis der selbständigen Gewerbetreibenden aufzustellen. Bei der Anfertigung der Studie stützte sich der Autor auf die Angaben in den Personenverzeichnissen der Budapester Handels- und Gewerbekammer. Ausser der Einteilung der im Verwaltungsbezirk lebenden selbständigen Gewerbetreibenden nach Berufen und Ortschaften fällt die Dreiteilung der statistischen Tabellen auf. Sie war nötig, weil sich der jazygisch-kumanische Verwaltungsbezirk geschichtlich in drei Distrikte - Jazygien-Kumanien, Kleinkumanien und Grosskumanien - gliederte. Dieser Umstand spielte auch bei der im Jahre 1876 eingeführten neuen Einteilung in Verwaltungsbezirke eine Rolle. 1874 registrierte die Kammer 3705 selbständige Gewerbetreibende im jazygischkumanischen Verwaltungsbezirk. Unter den zehn im Register angeführten Gewerben waren die Stiefelmacher, die Kürschner, die Schmiede, die Weber, die Schneider und die Tischler (62% aller Gewerbetreibenden) am zahlreichsten vertreten. 15,7% der im Verwaltungsbezirk registrierten selbständigen Gewerbetreibenden kamen aus den Reihen der Kaufleute. Sie handelten hauptsächlich mit Waren des täglichen Gebrauchs. Mehr als 70% aller Kaufleute boten Meter- und Gemischtwaren an. Durch die Systematisierung der Kameralregister erhält die Lokalgeschichtsforschung wertvolle und aufschlussreiche Informationen. 145