Inventare Teil 8. Inventar des Kriegsarchivs in Wien (1953)

II. Band - 1. Die Feldakten

1.Die Feldakten. A. Die alten Feldakten. Dieser Bestand, dessen Entstehungsgeschichte in der Folge dargelegt wird, ist ungeachtet der zahlreichen Lücken die wesentlichste Unterlage für die österreichische Kriegsgeschichtsschreibung, soweit die Feldzüge des 17., 18.und 19. Jhdt. in Betracht kommen; seine räumliche Zuständigkeit reicht weit über den Umfang der österr.-ung. Monarchie vom Jahre 1918 hinaus. Soweit die erwähnten Lücken nicht durch die selbstverständliche Tatsache zu erklären sind, daß es dem KA. nicht zur Gänze gelingen konnte, das Material über ältere Epochen — vor Gründung des Archivs oder vor Regelung der Aktenzuleitung — im Original oder in Abschrift zu beschaffen, finden sie in den wechselnden Schicksalen des KA. im Laufe der Zeiten ihre Erklärung. Brände, Verlagerungen zu Kriegszeiten, Raummangel, der zu weitreichenden Skalierungen führte, Einbußen in den Feldarchiven 1), schließlich die Ab­gaben gemäß den Archivverträgen, die das neue Österreich auf Grund des Friedensinstrumentes von St. Germain mit den Nachfolgestaaten abzuschließen hatte, führten zu dem Verlust manches wertvollen Aktenbestandes. Vereinzelte Stücke dieser Feldakten reichen in das 15. Jhdt. zurück; aber erst aus dem 16. Jhdt. ist reichlicheres Material vorhanden. Der Bestand gewinnt schließlich mit der Epoche des Prinzen Eugen von Savoyen — gemäß der damals einsetzenden Fürsorge für planmäßige Aktenaufbewahrung — wesentlich an Geschlossenheit. Die Ordnung der alten Feldakten erfolgte chronologisch nach Kriegs- (Feldzugs-)jahren und n,ach den verschiedenen Kriegsschauplätzen. Die Akten sind in drei Epochen (bis 1739, 1740—1815, 1816—1913) gegliedert und inner­halb derselben jeweils fortlaufend numeriert. Nur die später angeschlossenen Armeeakten tragen eigene Fasz.Nr. und müssen daher im nachfolgenden Ver­zeichnis gesondert angeführt werden. Bestandsverzeichnisse: AB. 101—2—1, 102—2—2, 103—2—3. Der Bestand zerfällt in 4 Hauptgruppen: 1.Die eigentlichen Feldakten. Als Kaiser Franz II. am 23. März 1801 die Vorschläge des Generalissi­mus Eh. Carl zur Errichtung eines besonderen, vom bisherigen hofkriegs- * !) Im Zuge der Reformen des Eh. Carl wurde die Auswertung der Archiv­beständeimKriegsfälledurchdieEinrichtung vonFeldarchivenverfügt. Wertvolle Aktenbeständeausfrüheren Feldzügen,dieTopographiedesKriegsschauplatzes betreffend,DenkschriftenundOperationspläne, Nachrichtenmaterialüber dasLand unddenGegnerwurdensodenWechselfällendesKriegesausgesetzt. Demnicht anzuzweifelndenmilitärischen Nutzendieser MaßnahmestehenarchivalischeEin­bußengegenüber.Auf dieseWeisegingen1805beiUlmunteranderemdieFeld­zugsplänederJahre 1799und1800verloren. 1

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