Inventare Teil 7. Inventar des Wiener Hofkammerarchivs (1951)
Die Bestände des Wiener Hofkammerarchivs - 33. Postakten (16. bis 18. Jahrhundert)
134 33. Postakten Der unter dem Namen „Post-Hofkommissions-Akten“ zusammengefaßte Bestand stellt sich nun dar als der Niederschlag der Tätigkeit zunächst des Directoriums in Postsachen (1750—1755) und dann (seit 1. November 1755) des Amtsverkehres zwischen Directorium, bzw. Hofkanzlei und subdelegierter Hofkommission (nicht aber, wie die irreführende Bezeichnung schließen lassen würde, als der Aktenniederschlag der Hofkommission selbst). Mit dem Jahre 1771 bricht dieser Bestand ab, ohne daß, da doch die subdelegierte Hofkommission noch bis 1783 fortbestand, ein Grund ersichtlich wäre. Vielleicht ist mit der 1771 vollzogenen innenpolitischen Umgruppierung1) — Ernennung Graf Hatzfelds zum Staatsminister, Graf Blümegens zum obersten Kanzler und Graf Kollowrats zum Hofkammerpräsidenten — eine Änderung in der bis dahin geübten Verwaltungspraxis in Postsachen eingetreten, die Akten geben darüber keinen Aufschluß. Dieser herkunftsmäßig also beim Directorium, bzw. Hofkanzlei entstandene Fonds umfaßt die Jahre 1750—1771, ist nach Sachbetreffen geordnet und wird durch eine vollständige Reihe von Protokollen mit beigebundenen Indizes aufgeschlossen. Faszikulatur 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ‘ 11 12 13 14 Akten Dienstersetzungen bei dem Obersthofpostamt Pensionen, Remunerationen, Gnadengaben Poststationen, Erblichkeitsprivilegien und Bedienstungen Postkurs in den Erblanden Postwagentaxordnung, Tarife des Mantuaner Postwagens Briefportoverrechnung, Bonifikation, Quartalsextrakte, Briefsammlungen Postfreiheiten und neue Posttaxordnung Venezianische Postadministration, Einlösung der Postgerechtigkeiten in Rom Inquisitionsakten der malversierenden Beamten, Verbote auf die Besoldungen Botensachen in den Erbländern Postärarische Fuhrwerke, Straßen- und Häuserreparaturen, Ordinariexpedie- rung, Miszellen Aufstellung der subdelegierten Posthofkommission, Erhöhung und Nachsicht des Rittaufschlages Aufstellung der Feldpostämter und Postpferdestellung zu den kaiserlichen Reisen Postuntersuchungskommission, Einrichtung der Kartierung, Abschickung der Stafetten 24 Faszikel, 6 Bücher. 3. Fürst Paarsche Postakten Im Jahre 1783 hob Joseph II. die Posthofkommission auf und übertrug die Postverwaltung mit 1. Mai an die Landesstellen, im Rekurswege an die vereinigte Hofstelle 2). Dem Fürsten (seit 1. August 1769) Johann Wenzel von Paar wurde die Besetzung der bei dem ganzen Postbestande erledigten Dienststellen in der Weise belassen, daß er für die höheren Posten die kaiserliche Genehmigung einzuholen hatte, die niedrigen Stellen selbst vergeben konnte. Nach dem am 5. Juli 1792 erfolgten Tode des Fürsten Johann Wenzel wurde sein Sohn Fürst Wenzel unterm 15. März 1793 gegen Verzicht auf die ihm rezeßmäßig zustehende Gegensperre der Oberst-Hofpostamtskasse in die Aktivität seines Vaters eingesetzt3). Nach dem Tode des Fürsten Wenzel b Ebendort II/3, S. 314 ff. 2) Vgl. Effenberger, a. a. O-, S. 64 ff. s) E. Effenberger, Aus alten Postakten (Wien, 1918), S. 172.