Inventare Teil 5. Band 7. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)
Die Registratur des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, von Franz Hüter
472 Die Registratur des Haus-, Hof- und Staatsarchivs. In der Regel sind, wie gesagt, die Akten der Registratur des StA. nach den Geschäftszahlen angeordnet. Doch wurden aus den praktischen Bedürfnissen heraus in einzelnen Fällen die Geschäftsstücke gleichen Inhalts zu besonderen Gruppen zusammengefaßt. Ihrer soll doch kurz gedacht werden. So hat man z. B. die zahlreichen Aktenstücke, welche Erledigungen von Anfragen und Aktenbenützungen in der Erbschaftssache W ü r t z oder im Fideikomißstreit Schlick betreffen, in eigenen Schachteln zusammengelegt. Das gleiche gilt von den Benützerakten seit 1926. Hier erfolgte die Ausscheidung deshalb, weil nunmehr Benützerrevers (rechtsverbindliche Erklärung) und Verzeichnis der benützten Archivalien auf ein und demselben Aktenbogen vereinigt wurden, während früher (seit 1872) der Revers dem Benützer gesondert vorgelegt und schon seit jeher das Verzeichnis der benützten Akten einerseits in Form normaler Geschäftsstücke, andererseits wenigstens seit der Ära Erb daneben auch in Form von Aushebe-, bzw. Archivalienübernahmsprotokollen und später außerdem z. B. in Form von Benützertagebüchern geführt wurde (vgl. Bd. I S. 162*, 189*, 190* und unten unter D). Gesondert aufbewahrt werden ferner seit 1830 jene Verwaltungsakten und zugehörigen Belege, welche die Verrechnung des Bibliotheks- und Archivrequisitenpauschales betreffen.1 Eigene Gruppen bilden ferner die Verwaltungsakten vertraulicher Natur, welche in den Personalakten und Direktionsakten zusammengelegt sind. Ein Anhängsel und, da sich auch Verwaltungsakten des Archivs darunter finden, zugleich einen Selekt der Verwaltungsakten bilden endlich die Akten der serbischen Archivkommission (vgl. Bd. I S. 198*, 199*). Über Umfang und Einteilung der Verwaltungsakten unterrichtet folgende, nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 aufgestellte Übersicht: Übersicht über die Akten der Registratur. 1. Akten, Allgemeine Reihe: 1742—1933, 242 Schachteln. (Die Akten der jeweils vier letzten Jahre werden in der Kanzlei aufbe- wahrt und umfassen für 1934—1937 39 Schachteln.) — 2. Besondere Gruppen: a) Benützerakten: Reverse 1872—1925, 2 Schachteln; Benützerakten 1925—1937, 38 Schachteln; b) Erbschaft Würtz, 1 Schachtel; c) Fideikommiß Schlick, 1 Schachtel; d) Rechnungen und Rechnungsbelege 1830—1929, 8 Schachteln; e) Personalakten 1876—1937, 2 Schachteln; f) Direktionsakten (in der Verwahrung des Direktors), 3 Schachteln; g) Akten der serbischen Archivkommission 1915—1919, 5 Schachteln.1 2 B. Protokolle (Geschäftstagebücher). Über die Führung der Kanzleigeschäfte in der ersten Zeit des Archivs können wir uns nur auf Umwegen unterrichten, da — das ist eine vom 1 Gegenwärtig führt das StA. — Portobeträge ausgenommen — keine eigene Verrechnung mehr. Die Bibliothekserfordernisse werden von der Rechnungsabteilung, die Archivrequisitenbedürfnisse von der Wirtschaftsstelle des BKA. verrechnet. 2 Eine Übersicht über die Registratur der Abteilung „Hofarchive“ findet sich Bd.2 S.373.