Inventare Teil 5. Band 7. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Belgien, von Oskar Schmid

102 Belgien. im Jahre 1745 von der „Fausse Porte de Namur“ in den Turm der Chambre des comptes gebracht wurde.1 Nach genauerer Betrachtung der Bände 25 und ad 25 ist folgendes festzustellen: Unter der Leitung des Sekretärs Dirix wurde zunächst ein Inventar über die einzelnen Abteilungen des genannten Bestandes ange­legt. Auf diese Weise entstand der Konzeptband 25. Die fortlaufend nume­rierten Regesten wurden dann am Rande von Dirix eigenhändig mit einem Schlagwort versehen, gelegentlich auch die Regesten umgearbeitet, wo­durch die Grundlagen für den alphabetisch angeordneten Band ad 25 ge­wonnen wurden. Der hier vorhandene Band ad 25 ist eine Reinschrift. Eine Kopie davon wurde unter Nr. 47 des betreffenden Auslieferungsinventars im Jahre 1871 an Belgien ausgefolgt. In Brüssel befand sich ebenfalls ein Inventar über die „Papiers d’Etat et de 1’Audience“, auf welches anläßlich des Auslieferungsbegehrens vom 23. August 1852 hingewiesen wurde und das vermutlich eine Reinschrift oder Kopie der Bände 25 oder ad 25 darstellt. Jedenfalls erkannte man in Wien damals nicht diesen Zusammenhang und vermutete nur, daß ein mit Nr. 14 bezeichneter Band diesem belgischen Verzeichnis entsprechen könnte.1 2 Unsere Reinschrift des Inventars (Band ad 25) ist nach alphabetischer Ordnung verfaßt, d. h. nach dem Anfangsbuchstaben der Schlagworte, innerhalb der Anfangsbuchstaben wieder nach den auf steigenden Nummern in die Abteilungen A—E gegliedert. Die Buchstabenabteilungen A—E zeigen nichts anderes als die Schränke an, in welchen das Archiv untergebracht war. Dirix gibt ferner in seinen einleitenden Bemerkungen bekannt, daß die Akten in den Schrän­ken in umfangreichen Paketen (grosses fardes) eingelagert waren. Der Ein­fachheit halber hat man bei der Registrierung meistens nur das jeweils erste Stück dieser Pakete berücksichtigt, also keine sehr weitgehende und brauchbare Indizierung vorgenommen.3 1 Vgl. oben S. 100. 2 Vgl. StK. Archiv, 31. Dez. 1852, fol. 35, 36. — Was aus diesem Band 14 geworden ist, läßt sich heute mit Gewißheit nicht sagen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist jedoch anzunehmen, daß er dem heute mit 25 bezeichneten Bande entspricht, daß seither eine Verschiebung in der Nummerngebung der Inventare erfolgt ist. Tatsächlich trägt Band 25 auf der Innenseite des Einbanddeckels, links oben flüchtig mit Bleistift vermerkt, die Zahl 14. Firnhaber kannte allerdings, wenn nicht schon im Jahre 1852, so doch später die beiden Bände und benützte sie als Grundlage bei der ersten großen Auslieferung im Jahre 1856. — Über den in Brüssel befindlichen Band vgl. Inventaires des Archives de la Belgique publiés par ordre du Gouvernement, Inventaire des inventaires de la deuxiéme section des Archives générales du Royaume par Joseph Cuvelier, Bruxelles 1904, No. 390 (wo sich auch die Angabe findet, daß er im Jahre 1871 von Österreich an Belgien aus­geliefert wurde und die Abteilungen A—I enthält), ferner Nr. 384 und 407. Vgl. auch S. 103 Anm. 3. 3 Nicht selten wird im Register auf ein Rubrum capitale verwiesen. Jedes Paket der Abteilungen A—C war numeriert und trug die Aufschrift seines Inhaltes oder den seines ersten Stückes; innerhalb der Pakete waren die Stücke chronologisch geordnet. Die Pakete in den Schränken D—G trugen hingegen keine Numerierung und waren lediglich auf Grund ihrer chronologischen Reihung auffindbar. Die Abteilungen H und I finden in dem vorliegenden Band keine Erwähnung. Die Erläuterungen sind von Dirix datiert (24. Dez. 1749) und unterfertigt.

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