Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius

186 Die Handschriftenabteilung. Eine Anzahl der Bände ist offenbar, wie die alten Signaturen zeigen, schon vor dem Jahre 1812 im Besitz des Archivs gewesen, andere sind im Zuge der französischen Rücklieferungen 1815 und 1819 eigentlich zu unrecht, nur weil sie „zur Verwahrung in diesem Archiv durchaus geeignet“ schienen, hier eingelangt. Erst seit dem Jahre 1843 wurde gelegentlich der Aktenübergaben aus der Hofkanzlei auch eine größere Zahl von Manuskripten direkt aus dem Archiv der Hofkanzlei übernommen. Diese stammten jedoch größtenteils aus den Beständen des italienischen Departe­ments der Staatskanzlei und seiner Vorläufer (Spanischer Rat usw.) und werden daher der Mehrzahl nach bei der Provenienzgruppe Staatskanzlei bezeichnet. Ein Kapitel für sich bilden auch die ziemlich zahlreichen Handschrif­ten aus der Regierungszeit Rudolfs II. und Matthias’, bei denen es zumeist ganz unmöglich ist zu entscheiden, in welcher der damals amtierenden Kanzleien sie entstanden sind, z. B. Suppl. 8, 9, 10, 60, 95 u. a.1 In der folgenden Zusammenstellung jener Bände unserer Sammlung, die teils sicher, teils mit größerer oder geringerer Wahrscheinlichkeit der Provenienzgruppe österr. Hofkanzlei zuzuzählen sind, ist der verschiedene Zeitpunkt und Weg ihrer Einlieferung nicht weiter berücksichtigt. Auch ist zu bemerken, daß eine Reihe von Sammelbänden darunter ist, bei denen nur einzelne Teile aus der Hofkanzlei stammen. Folgende Bände dürften u. a. hieher gehören: Böhm Nr. 34, 110, 123, 130,2 142,3 143, 148, 149, 150, 151, 162, 181, 189, 205,4 231,4 237, 241, 242, 301, 302, 303,5 305,5 306,5 307, 308, 309,5 310, 316, 317, 318, 319, 321, 572,8 615,7 647,8 648,8 664, 665, 671, 694, 730, 895, 969, 1069; Suppl. Nr. 8,9 25,10 * 31, 385, 386, 394, 397,2 447, 462 a,2 468, 472, 499, 660, 689, 692, 745, 757, 761, 763, 773, 774, 777, 959,2 964, 971,2 980,11 997,11 998, 1023, 1032, 1045, 1217, 1234, 1254, 1256. Im Wege der Hofkanzlei kamen in der ersten Hälfte des 19. Jahr­hunderts auch Teile des Archivs der ehemaligen Wiener spanischen Botschaft ins StA.12 Dieses Archiv hatte Kaiser Leopold I. im span. Erbfolgestreit einziehen lassen und seine Reste erliegen nun im wesent­lichen in der Abteilung Spanien Varia Bund 1—9.13 Einzelne Bände und Hefte dieses Bestandes verirrten sich in der Folge aber auch in die Hand­schriftensammlung, wo sie sich durch Inhalt und äußere Merkmale deutlich unterscheiden lassen. Diese Stücke weisen nämlich durchwegs eine eigene, offenbar zusammengehörige Numerierung auf sowie ein charakteristisches 1 Vgl. dazu Groß, Gesch. der deutsch. Reichshofkanzlei S. 22 ff. 2 Sammelband. 3 Kopialbuch der Hofkanzlei. 4 Ausgeliefert an die Tschechoslowakische Republik. s Eingeliefert 1819. Hss. 303, 305, 308, 309, 310, 316, 317, 318 ausgeliefert an Ungarn. 6 Ausgeliefert an Italien. 7 Titulaturbuch der Hofkanzlei. 8 Eingeliefert 1843. 9 Kanzlei Matthias; vgl. auch die Abschnitte Reichsarchive oben S. 171 ff. und Hof­bibliothek. 10 Nachlaß Oedt; siehe unten. 11 Vgl. unten Abschnitt Khevenhüller. 12 Akten der Reg. des StA. über diese Anlieferungen im AB. 442. 13 Die Bünde 1—5 enthalten Akten bis zum Jahre 1634, die Bünde 6—9 Rechnungen der spanischen Botschaft 1634—1680.

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