Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius

184 Die Handschriftenabteilung. den wir nur ein höchst summarisches Verzeichnis besitzen. Es waren im ganzen zehn Kisten, die am 18. Oktober über Villach nach Wien abgingen und die hauptsächlich Trienter, Brixner und vorderösterr. Archivalien enthielten. Von der Provenienz Innsbrucker Schatzarchiv lassen sich darin nur wenige Bände ermitteln. So finden sich in Kiste 10 verzeichnet die Handschriften: Böhm 425, Suppl. 1, 5, 13 und 21, ferner die Chronica Austriaca des Albert von Bonstetten, die im Jahre 1869 an die Hofbiblio­thek abgetreten wurde, ein Band mit der Aufschrift „Guerra fra Tyrolo et Retia 1499“, der ebenso wie die möglicherweise ebenfalls dem Schatz­archiv angehörigen drei Bände „Kammergericht“ heute unauffindbar ist. Außerdem werden in diesem Verzeichnis aber auch jeweils größere Partien unter einzelnen Bezeichnungen zusammengefaßt. So bleibt es un­erklärt, was das „Vorarlbergische Schatzarchiv“ in Kiste 3 alles enthielt oder wie weit die ebendort erwähnten „Österr. Lehenbücher, wovon vier Bände in Kiste 4“, reichten. Auch die „Säcke“ mit den Aufschriften „Bünden“, „Chur“ (Kiste 4) und „Eidgenossen“ (Kiste 5) werden nicht weiter erläutert, ebensowenig die „würtembergischen und anderen vorder­österreichischen, schwäbischen, auch schweitzerischen Schriften und Akten“ oder die „Decke mit verschiedenen Schriften historischen Inhalts“ in Kiste 10. Wir werden also unbedenklich alles, was sich im Böhm’schen Katalog oder im alten Handschriftenrepertorium (AB. 446) außer den bereits er­wähnten Manuskripten noch als zum Schatzarchiv Innsbruck gehörig er­weist, als damals eingelangt betrachten dürfen. Es sind dies mit den oben schon erwähnten fünf Handschriften, die hier nochmals angeführt werden, im wesentlichen noch folgende Bände: Böhm 8, 93, 95, 96, 412, 413, 416, 423, 425, 472, 492, 493, 496, 497, 498, 535, 536 (?), 578, 627 (?), 748; Suppl. 1, 2, 3, 4, 5, 11, 12, 13, 14, 21, 72, 1064, 1065, 1066, 1067, 1068, 1069, 1070, 1071, 1072, 1073, 1075, 1076, 1151, 1153. Diese insgesamt 89 Handschriften, die wir mit Sicherheit oder Wahr­scheinlichkeit dem Schatzarchiv Innsbruck zuweisen können, bilden also den Bestand dieser Provenienz, wie er sich heute noch in unserer Samm­lung findet. Böhm verzeichnet natürlich ungleich mehr Bände dieser Her­kunft, denn, wie schon oben S. 163 bei der Darstellung der Geschichte der Sammlung erwähnt wurde und wie auch aus dem oben abgedruckten Ver­zeichnis ersichtlich ist, wurden gerade von diesen Tiroler Handschriften später eine größere Anzahl zum Teil nach Innsbruck, zum Teil nach Italien abgegeben. Auch diese Handschriften seien der Vollständigkeit halber hier nochmals angeführt. Nach Innsbruck ausgeliefert wurden in den Jahren 1882 und 1885 die Bände: Böhm 381, 382, 385, 386, 387, 388, 393, 394, 406, 407,411,414,418,420,421, 422, 424, 426, 506,1 510, 522, 524, 525, 526, 528, 530, 531, 532, 533, 559; nach München im Jahre 1895 der Band Böhm 405 und nach Italien im Jahre 1921 die Bände: Böhm 378, 447, 538, 539, 540, 541, 542, 543, 544, 545, 546, 549, 550, 551, 552, 553, 554, 556 und 557, also im ganzen 51 Bände, so daß sich als ursprüngliche Gesamtzahl der Pro­venienz Schatzarchiv Innsbruck rund 140 ergibt. 1 Im Jahre 1749 aus der Hofbibliothek übernommen.

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