Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)
Die Handschriftenabteilung von Fritz Antonius
II./2. A. Schatzgewölbe. 181 Übernahmskommissär in Empfang genommen.1 Aber bald erfolgte auch hier, in Innsbruck, wieder eine Auslese durch die am 11. Aug. 1813 verfügte Einziehung der ältesten Innsbrucker Bestände nach München.2 So gelangte ein Teil dieser Codices zusammen mit anderen, in Innsbruck dazugekommenen Bänden in das bayrische Hauptstaatsarchiv, wo gerade diese „Wiener“ Codices bis zum heutigen Tage noch erliegen. Denn als nach zahlreichen Reklamationen von österreichischer Seite die bayrische Regierung endlich im Jahre 1837 mit anderen tirolischen Archivalien auch 25 Handschriften zurückstellte, waren das — obwohl das Auslieferungsverzeichnis von 1808 der Reklamation zugrunde gelegt war — lauter Bände, die erst 1813 von Innsbruck nach München gekommen, aber niemals in Wien gewesen waren.8 Die Provenienz aller dieser Codices war allerdings ebenfalls Schatzarchiv Innsbruck, doch waren es nicht Raitbücher, sondern, bis auf eine einzige Ausnahme, durchwegs tirolische Urbare des 13. und 14. Jahrhunderts, die nun mit Zustimmung des Hofkammerpräsidiums dem StA. als „beträchtliche Bereicherung“ desselben einverleibt wurden.4 Bei Böhm finden sich diese Handschriften unter den Nummern 538 bis 559 verzeichnet, die drei restlichen liegen bei den Urkunden des Repertoriums VI (AB. 381). Heute besitzt das StA. außer diesen letzten drei bei den Urkunden eingelegten „Rotuli“ von den ganzen 22 Bänden nur mehr vier, und zwar Böhm Nr. 547, 548, 555 und 558, denn Nr. 559 wurde als Raitbuch 1885 nach Innsbruck, alle übrigen 1921 an Italien ausgeliefert. Die Raitbücher und Kanzleibücher, die 1808 von Wien nach Innsbruck und von dort 1813 zum Teil nach München gekommen waren, blieben also, wie gesagt, an diesen Orten liegen und kehrten nicht wieder nach Wien zurück. Wir können zwar an Hand der Verzeichnisse sowie der von der Direktion des bayrischen Hauptstaatsarchivs mitgeteilten Daten feststellen, welche dieser Bände heute in Innsbruck und welche in München liegen, doch bleibt noch manche Unklarheit bestehen bezüglich jener Bände, die danach eigentlich in Wien sein müßten. Was sich nach diesem Verzeichnis feststellen läßt, ist folgendes: Erste Abteilung: Kanzleibücher. Verzeichnis 1806 Böhm Anmerkung Verzeichnis 1806 Böhm Anmerkung 1 378 ausgeliefert Italien 1921 4 _ n icht feststellbar 2 447? fraglich; ausgel. Italien 5 — ausgel. Innsbruck 1808, 1921 München 1813; jetzt 3 — 1827 an die StK. abgeMünchner Cod. 5 geben 6 381 ausgel. Innsbruck 1885 1 Verzeichnis mit Empfangsbestätigung in Reg. des StA. Z. 19/1837, Beilage D. * M. Mayr, Das k. k. Statthalterei-Archiv zu Innsbruck, Mitteilungen der Zentralkommission Bd. II, S. 171. 3 Mayr a. a. 0. S. 171 f. 4 Mayr, S. 172.