Inventare Teil 5. Band 5. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1937)
Kabinettsarchiv von Fritz von Reinöhl
Minister Kolowrat-Akten. 241 Eckert mitgebracht.1 1829 richtete er sich ein eigenes Ministerialdeparte- ment ein.1 2 Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsrat wurde ihm ein eigenes Bureau belassen, dem vordem im Ministerialdepartement beschäftigt gewesene Beamte, Gubernialrat Prokop Eckert, Hofsekretär Josef Pipiz, gleichzeitig zum niederösterr. Regierungsrat ernannt, Hofrat Franz Breyer und Registratursadjunkt Johann Ernest Kutschera, zugewiesen wurden.3 Her schriftliche Niederschlag der Kolowrat zu Gebote gestandenen Schreibstellen — zumindest seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als „Minister Kolowrat-Akten“ (M. K. A.) bezeichnet — ist bei der Auflösung des Staatsrates in das Kabinettsarchiv gelangt. Nur die für den praktischen Verwaltungsdienst benötigten Akten und Geschäftsbücher der Jahre 1841—1848 wurden in das Ministerratsbureau gebracht.4 Am 8. Juli 1851 wurden hievon jene der Jahre 1841—1847 dem Kabinettsarchiv übergeben.5 6 Jene des Jahres 1848 dürften nach der 1868 erfolgten Übernahme des Archivs des jüngeren Staatsrates, in welches das obgenannte Kabinettsarchiv aufgegangen war, durch das Ministerratspräsidium mit dem Bestand wieder vereint worden sein. Am 24. Dez. 1868 wurde dieses Archiv — mit ihm auch die Minister Kolowrat-Akten — der Kabinettskanzlei übergeben, welche es mit ihrem Archiv vereinigte.'1 Hier wurde eine Neufasziku- lierung des Bestandes durchgeführt; die Akten wurden überprüft, in ihnen befindliche staatsrätliche Akten an ihren zuständigen Ort gebracht und Hinweise auf die mit den Akten Kolowrats in Zusammenhang stehenden staatsrätlichen Akten angebracht.7 Hier wurden auch Akten aus dem Nachlaß Erzherzog Rainers in den Bestand eingeteilt.8 Am 5. Mai 1904 wurde der Bestand dem StA. übergeben. Hier wurden 1905 einige von der Kabinettskanzlei übernommene Einzelakten in die laufende Aktenreihe eingeteilt.9 1921 wurde der Tschechoslowakischen Republik ein Akt (ZI. 757/1848) ausgeliefert. Die geschäftsordnungsmäßig entstandenen, sehr sorgfältig geführten Protokolle und Indizes bilden vorzügliche Behelfe zur Benützung der innerhalb der Jahre nach dem Einlauf fortlaufend numerierten Akten.10 Vereinzelt finden sich unter diesen auch Bruchstücke der Nachlässe des 1 Hock-Bidermann a. a. 0. S. 676. * Ebenda, S. 677 mit Nennung und Angabe der Dienstzeit der einzelnen Beamten. 3 Separat-Billeten-Protokoll der Kabinettskanzlei 1836 Nr. 1280—1283. 4 Verzeichnis des Kabinettsarchivs 1850 OAKA. B. I. Nr. 1, S. 18 Nr. XXXVIII. Nach Kolowrats Austritt aus dem Staatsdienst wurden in seinem Büro unerledigte Akten in Hofstaats- und Familienfondsangelegenheiten gefunden, die zum Teil noch aus der Kegierungszeit Kaiser Franzens stammten. Ein Teil dieser Bestände wurde mit kaiserlicher Genehmigung den Vortragenden Stellen zurückgestellt, ein Teil den Akten beigelegt. Separatakt des Kabinettsarchivs Z. 271/1849 mit genauen Verzeichnissen. 6 Kutschera, Das k. k. geheime Cabinets-Archiv S. 38. 6 Übergabsprotokoll in OAKA. B. II., Staatsrat. Das Verzeichnis weist 254 Faszikel samt Protokollen und Indizes auf. 7 Direktionsakten des Kabinettsarchivs ZI. 9/1869. 8 Siehe S. 214. 9 Akten des Jahres 1832 betreffend Auffindung eines Diploms König Sigismunds von 1397, eingelegt unter Z. 667/1832; Bericht an die Polizeihofstelle über eine kommissioneile Beratung betreffend Aufrechterhaltung der öffentlichen Kühe 12. März 1848, eingeteilt in den letzten Faszikel 1848, wo er jedoch heute nicht mehr erliegt. 10 Die Akten tragen die Geschäftszahlen rechts oben. Inventars des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Bd. 5. 16